Madrid bremst im JPMorgan-Skandal Spanien verweigert USA Auslieferung von Ex-Banker

Von mm-newsdesk
JP-Morgan-Zentrale in New York: Ex-Manager bleibt in Spanien

JP-Morgan-Zentrale in New York: Ex-Manager bleibt in Spanien

Foto: MIKE SEGAR/ REUTERS

Er soll in den milliardenschweren Handelsskandal um den "Wal von London" verwickelt sein, ein aufsehenerregender Spekulationskrimi. Die USA suchen den Ex-Manager der Großbank JPMorgan Chase  seit 2013 wegen Betrugs und Steuerkriminalität per internationalem Haftbefehl. Jetzt hat die spanische Justiz ein Auslieferungsgesuch der USA für den Mann abgelehnt.

Der Nationale Gerichtshof in Madrid begründete die Entscheidung am Donnerstag damit, dass der von den USA mit einem internationalen Haftbefehl gesuchte Banker spanischer Staatsbürger sei. Außerdem habe der Mann die ihm zur Last gelegten Straftaten nicht in den USA begangen, sondern in Großbritannien.

Der Manager steht in den USA im Verdacht, als früherer Mitarbeiter von JP Morgan Chase in London zusammen mit einem Kollegen Verluste von Finanzwetten in Höhe von sechs Milliarden US-Dollar verheimlicht zu haben. Die Banker sollen für das Geldhaus große Mengen versicherungsähnlicher Produkte wie Kreditausfallversicherungen (CDS) gekauft und weiterverkauft haben. Offenbar im falschen Moment: Sie spekulierten auf sinkende Preise, dann gingen sie nach oben. Die US-Justiz legt dem Spanier und einem aus Frankreich stammenden Kollegen Urkundenfälschung und Betrug an den Anteilseignern der Bank zur Last.

In der Folge des Skandals hatte die Investmentchefin die Bank verlassen, und Institutschef Jamie Dimon einen Großteil seines Gehalts eingebüßt.

Der Banker hatte sich im August 2013 in Spanien auf einer Polizeiwache selbst gestellt, nachdem die Behörden mit ihm Kontakt aufgenommen hatten, später wurde er unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Das Gericht wies die US-Behörden auf die Möglichkeit hin, den Mann vor der spanischen Justiz zur Rechenschaft zu ziehen.

ts/nck/dpa
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