Verkauf des Russland-Geschäfts Société Générale rutscht ins Minus

Der Verkauf der russischen Tochter verhagelt der französischen Großbank das Konzernergebnis und brockt ihr einen Milliardenverlust ein. Operativ sieht es allerdings viel besser aus – die Anleger honorieren das, die Aktie der Société Générale klettert.
Société-Générale-Chef Frederic Oudea (59) weist für das Quartal einen Milliardenverlust aus, bereinigt um Sondereffekte steht unter dem Strich ein Gewinn

Société-Générale-Chef Frederic Oudea (59) weist für das Quartal einen Milliardenverlust aus, bereinigt um Sondereffekte steht unter dem Strich ein Gewinn

Foto: LUDOVIC MARIN / AFP

Die französischen Großbank Société Générale (SocGen) ist im zweiten Quartal wegen des Ausstiegs aus dem Russland-Geschäft ins Minus gerutscht. Unter dem Strich stand ein Verlust von fast 1,5 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,4 Milliarden Euro vor einem Jahr, teilte die Bank am Mittwoch in Paris mit. Da das operative Geschäft aber besser lief, als von Analysten erwartet, fiel der Verlust geringer als befürchtet aus.

Bereinigt um Sondereffekte wie den inzwischen abgeschlossenen Verkauf der russischen Tochter Rosbank stieg der Gewinn laut Mitteilung um knapp 12 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Dabei profitierte die Bank vor allem von wieder höheren Zinsen. Zudem lief das Kapitalmarktgeschäft gut. Die Erträge legten um 13 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro zu. Bankchef Fréderic Oudéa (59) peilt in den Jahren bis 2025 ein jährliches Wachstum der Erträge im Schnitt von mindestens drei Prozent an.

Die Aktienmärkte reagierten positiv auf die Nachrichten. Aktien von Société Générale  verbuchten Mittwochmittag noch deutliche Gewinne. Analystin Flora Bocahut von Jefferies lobte das trotz Verlusten deutlich besser als erwartet ausgefallene zweite Quartal der Großbank. Der bereinigte Vorsteuergewinn habe die Konsensschätzungen um etwa 50 Prozent übertroffen. Das Kursziel der Analystin liegt mit 35 Euro deutlich über dem aktuellen Kurs von rund 22,50 Euro.

Nach dem Kurseinbruch wegen des Ukraine-Kriegs bewegt sich die Aktie aber noch deutlich unter dem Jahreshoch bei über 37 Euro. In den vergangenen Monaten schwankte der Kurs zwischen rund 20 und 25 Euro.

mje/dpa-afpx
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