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Milliardenrisiko: Die Prozesse der Deutschen Bank

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Millionen-Rückstellungen Teure Rechtsstreitigkeiten drücken Gewinn der Deutschen Bank

Die Deutsche Bank hat im zweiten Quartal unterm Strich nur noch halb soviel verdient - trotz der guten Stimmung an den Finanzmärkten. Grund sind Rückstellungen für Rechtsrisiken in Höhe von weiteren 630 Millionen Euro. Die Aktie gibt deutlich nach.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank hat trotz der guten Stimmung an den Finanzmärkten im zweiten Quartal deutlich weniger verdient. Dabei belasteten vor allem neue Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten, wie der Konzern am Dienstag in Frankfurt mitteilte.

Das Vorsteuergebnis der Deutschen Bank  sackte um 18 Prozent auf 792 Millionen Euro ab. Der Überschuss halbierte sich sogar auf 335 Millionen Euro. Analysten hatten nach starken Quartalszahlen der US-Großbanken mit einem Gewinnanstieg gerechnet. Die Aktie sank zu Handelsbeginn um 3,5 Prozent.

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Milliardenrisiko: Die Prozesse der Deutschen Bank

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Die Deutsche Bank legte weitere 630 Millionen Euro für ihre zahlreichen Rechtsrisiken zur Seite. Damit belaufen sich die Rückstellungen nun auf drei Milliarden Euro. Der Konzern hat an zahlreichen juristischen Fronten zu kämpfen: Kirch-Prozess, Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze und Klagen wegen Hypothekengeschäften in den USA aus der Zeit vor der Finanzkrise.

Im Rahmen des sogenannten Slumlord-Prozesses konnte sich das Institut erfolgreich gegen Vorwürfe wehren, es habe zur Verwahrlosung ganzer Wohnviertel in Los Angeles beigetragen.

Gute Vorgaben der US-Banken nicht bestätigt

Analysten hatten nach glänzenden Quartalszahlen der US-Konkurrenz mit einem Gewinnanstieg auch beim deutschen Branchenprimus gerechnet. Zwar lief es auch bei der Deutschen Bank in ihren wichtigsten Sparte, dem Investmentbanking, zuletzt wieder besser. Doch das konnte die Belastungen aus juristischen Auseinandersetzungen nicht ausgleichen.

Das Führungsduo Anshu Jain und Jürgen Fitschen zeigte sich gleichwohl zufrieden mit dem Quartalsergebnis: "Im zweiten Quartal haben unsere Kerngeschäftsfelder gute Ergebnisse geliefert", erklärten die beiden Co-Chefs in einer Mitteilung. Im gesamten ersten Halbjahr lag der Vorsteuergewinn mit 3,2 Milliarden Euro um zwölf Prozent über dem Vorjahreswert, der Überschuss fiel mit knapp unter 2,0 Milliarden Euro um vier Prozent geringer aus.

Als Erfolg feiert das Management, die wichtige "harte" Kernkapitalquote gemessen an den künftigen strengeren Auflagen der Regulierer - Stichwort "Basel III" - sprunghaft gesteigert zu haben: Nach der Kapitalerhöhung über drei Milliarden Euro im April stieg der wichtige Kennwert unter Einbeziehung der erst ab 2019 voll gültigen internationalen Regeln im zweiten Quartal auf zehn Prozent. Angestrebt hatte die Bank diesen Wert erst für 2015. Ende März lag die harte Kernkapitalquote noch bei 8,8 Prozent, Ende 2012 bei 7,8 Prozent.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt angekündigt, ihre Verschuldung senken zu wollen. Dazu solle die Bilanzsumme um rund ein Fünftel bis 2015 reduziert werden.

ts/dpa-afx
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