Severin Schwan Roche-Chef gibt Schlüsselposten bei Credit Suisse ab

Als Chef des Pharmakonzerns Roche ist Severin Schwan erfolgreich, als Vizepräsident der Schweizer Großbank Credit Suisse eher nicht. Nach einer Reihe von Fehlschlägen tritt er dort nun den Rückzug an.
Abgang nach acht Jahren: Severin Schwan gibt seinen Posten bei Credit Suisse auf

Abgang nach acht Jahren: Severin Schwan gibt seinen Posten bei Credit Suisse auf

Foto: ARND WIEGMANN / REUTERS

Bei der Schweizer Großbank Credit Suisse räumt Vizepräsident Severin Schwan (54) nach einer Reihe von Fehlschlägen seinen Posten. Der langjährige Roche-Chef Schwan tritt nach acht Jahren im Verwaltungsrat auf der Generalversammlung Ende April zurück, wie Credit Suisse am Montag mitteilte. Der Abgang des Pharmamanagers ist Teil eines umfassenderen Sesselwechsels im Aufsichtsgremium des krisengeplagten Instituts. Aktionärsvertreter wie die Schweizer Actares begrüßten den Entscheid Schwans.

Als Nachfolger Schwans soll Verwaltungsrat Christian Gellerstad Vizepräsident und Lead Independent Director der Bank werden. "Mit seiner umfassenden Erfahrung in der Wirtschaft und im Finanzsektor wird Christian die strategische Transformation der Bank und insbesondere die Umsetzung unserer Wachstumsziele in der Vermögensverwaltung begleiten", sagte Verwaltungsratspräsident Axel Lehmann (63) über den früheren Banker des Vermögensverwalters Pictet.

Eine mit der Sache vertraute Person erklärte, von den größten Eignern habe es keinen Druck gegeben, dass Schwan seinen Hut nehmen solle. Schwan habe dem Credit-Suisse-Verwaltungsrat bereits im vergangenen Jahr signalisiert, dass er nicht mehr zur Wiederwahl antreten wolle. Doch dann trat der frühere Verwaltungsrats-Präsident António Horta-Osório (58) zurück, nachdem er zweimal gegen Covid-Quarantänevorschriften verstoßen hatte. Inzwischen habe sich der seit Januar amtierende neue Verwaltungsratspräsident Lehmann etabliert und kompetente neue Mitglieder für das Gremium gefunden, begründete die Person den Zeitpunkt für Schwans Abgang.

Schwan wurde 2014 in den Credit-Suisse-Verwaltungsrat gewählt und übernahm 2017 die Aufgabe des Vizepräsidenten und des Lead Independent Director, der zum Zug kommt, wenn der Präsident Interessenkonflikte hat. Während Schwan als Roche-Chef erfolgreich agiert und einer der bestbezahlten Firmenlenker der Schweiz ist, dominierten bei der Credit Suisse in den letzten Jahren die negativen Schlagzeilen. Der frühere Konzernchef Tidjane Thiam (59) musste 2020 nach einer monatelangen internen Überwachungsaffäre gehen.

Ein Jahr später erschütterten dann der Zusammenbruch des Großkunden Archegos und die Auflösung der Greensill-Lieferketten-Fonds die Bank. Und Anfang des laufenden Jahres warf Horta-Osório nach nur acht Monaten im Amt das Handtuch. Für die Ernennung des Portugiesen trug Schwan eine direkte Verantwortung, denn er war seit 2017 Mitglied des Governance- und Nominationsausschusses.

cr/Reuters
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