Donnerstag, 9. April 2020

Riskante Geschäfte Bafin rüffelt Deutsche Bank für Vergütungssystem

Zentrale der Deutschen Bank: Gravierende Mängel bei der Entlohnung

Die Finanzaufsicht Bafin rügt die Deutsche Bank: Einem Bericht zufolge animiert das Vergütungssystem des Instituts Investmentbanker, allzu riskante Geschäfte einzugehen.

Frankfurt am Main - Die Bafin habe kritisiert, dass die Boni der Spitzenmanager zu hoch seien und deshalb vor allem die Investmentbanker weiterhin zu risikoreichen Geschäften animierten, berichtete die "Wirtschaftswoche" unter Berufung auf Kreise der Deutschen Bank.

Bafin-Bankenaufseherin Frauke Menke liste zahlreiche, zum Teil gravierende Mängel bei der Entlohnung auf. Der Aufsichtsrat solle dringend seiner Pflicht nachkommen, das Vergütungssystem der Gesetzeslage anzupassen, fordere Menke. Auch andere Banken hätten ähnliche Rügen erhalten, berichtete das Magazin. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen und die Bafin lehnten eine Stellungnahme ab.

Von diesem Jahr an dürfen die leistungsabhängigen Sonderzahlungen in der Europäischen Union (EU) nur die Höhe des Festgehaltes erreichen. Nur mit Zustimmung der Hauptversammlung dürfen die Boni doppelt so hoch wie das Grundgehalt sein. In den vergangenen Jahren bekamen hochrangige Investmentbanker und andere wichtige Kollegen zum Teil mehr als das Fünffache ihres Fixgehalts, wie aus Daten der Geldhäuser und Berechnungen von Reuters hervorgeht.

Die Bafin will am Montag das Ergebnis ihrer Sonderprüfung der Gehaltsstrukturen bei deutschen Großbanken der Öffentlichkeit vorstellen. Das Ergebnis der Prüfung, die vergangenes Jahr vorgenommen wurde, sei "schlecht" bis "desolat" ausgefallen, berichtete das Magazin unter Berufung auf Finanzkreise. Kaum eine Bank habe den Test ohne Beanstandungen gemeistert. Die neue Regelung gilt allerdings erst für Boni, die für 2014 gezahlt werden.

ts/rtr

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