Freitag, 28. Februar 2020

Sorgen um das Renzi-Referendum Was Sie über Italiens Bankenkrise wissen müssen

Szenarien nach Renzis Referendum: Was passiert jetzt mit Italien?
DPA

8. Teil: Oder die schwächsten Banken pleite gehen lassen?

Oder die schwächsten Banken pleite gehen lassen?

Das ist Teil der neuen europäischen Doktrin. Das "Bail-in"-Prinzip sieht vor, dass im Krisenfall zuerst die Eigentümer der Banken und dann in einer Haftungskaskade die Gläubiger mit unterschiedlichem Grad der Sicherung zur Kasse gebeten werden, bevor im äußersten Fall Geld vom Staat fließen darf.

Kurz vor dem Jahreswechsel hat der Bankenfonds 2015 fünf kleinere Banken aufgelöst, um noch eine eigene Variante des Bail-in anwenden zu dürfen. Dabei mussten nur die Aktionäre und unbesicherten Anleihegläubiger auf Geld verzichten. Große Sparguthaben wie die der vielen italienischen Familienunternehmen wurden entgegen der europäischen Regeln geschont, um einen Bankrun zu vermeiden.

Doch auch so war der Schock groß genug. Ein Anleihegläubiger der Banca Etruria nahm sich nach dem Verlust seiner Ersparnisse das Leben. Wenn schon eine kleinere, kontrollierte Pleite das Volk von Kleinsparern so bewegt, wie soll dann eine größere Marktbereinigung durchzusetzen sein?

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