Freitag, 28. Februar 2020

Sorgen um das Renzi-Referendum Was Sie über Italiens Bankenkrise wissen müssen

Szenarien nach Renzis Referendum: Was passiert jetzt mit Italien?
DPA

5. Teil: Woher kommen all diese faulen Kredite?

Woher kommen all diese faulen Kredite?

Bis heute ist die private Verschuldung in Italien vergleichsweise gering, die der privaten Haushalte zählt mit 43 Prozent der Wirtschaftsleistung sogar zu den niedrigsten Werten Europas. Auch Unternehmen und Staat meiden seit Jahren kreditfinanzierte Investitionen. Und die Banken selbst geben seit 2012 stetig weniger Geld bereit. Aber wenn alle zugleich so risikoscheu sind, kann ein Wachstumsimpuls nur von außen kommen - in der Euro-Zone von heute keine Option.

Das Ergebnis ist volkswirtschaftliche Stagnation. In fünf der vergangenen acht Jahre steckte Italien in der Rezession. Die Italiener sehen sich zu Recht als die größten Verlierer des Euro. Ihr reales Pro-Kopf-Einkommen ist heute geringer als zu Beginn der Währungsunion. Das schaffen nicht einmal die Griechen.

Sinkende Kaufkraft und zunehmende Firmenpleiten führen dazu, dass solide Finanzierungen von gestern die faulen Kredite von heute sind. Besonders die Eskalation der Euro-Krise hat das Problem verschärft. Seit Sommer 2011 haben italienische Immobilien 15 Prozent an Wert verloren, obwohl sie sich zuvor kaum verteuert hatten. Damit taugen sie auch kaum noch als Kreditsicherheiten für die Banken. Italiens Bankenkrise ist die Folge der allgemeinen Wirtschaftskrise.

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