Freitag, 28. Februar 2020

Sorgen um das Renzi-Referendum Was Sie über Italiens Bankenkrise wissen müssen

Szenarien nach Renzis Referendum: Was passiert jetzt mit Italien?
DPA

4. Teil: Wieso haben die Banken nicht längst ihre Bilanzen aufgeräumt?

Wieso haben die Banken nicht längst ihre Bilanzen aufgeräumt?

Das haben sie durchaus. Allein Monte dei Paschi, die älteste Bank der Welt, hat schon vor der nächsten Finanzspritze in den vergangenen Jahren zehn Milliarden Euro an frischem Eigenkapital eingesammelt, ähnlich viel die Unicredit. Auch die neueste Bankenfusion von Banco Popolare und Banca Popolare di Milano startet mit einer milliardenschweren Aktienemission. Aber aktuell sind neue Aktionäre nur noch bereit, einen Bruchteil des Buchwerts für italienische Banken zu zahlen.

Auf der anderen Seite der Bilanz haben die Institute Risikovorsorge gebildet und die Werte ihres Kreditportfolios abgeschrieben - nur eben nicht schnell genug, um mit der schnell wachsenden Last fauler Kredite fertig zu werden.

Noch vor wenigen Jahren war in dem Land, das in jüngerer Vergangenheit gar keinen Kreditboom oder eine Spekulationsblase am Immobilienmarkt erlebt hat, kaum ein Problem mit privaten Verbindlichkeiten zu erkennen. Eine radikale Bad-Bank-Lösung, wie in Irland oder Spanien in den vergangenen Jahren, erschien in Italien deshalb schlicht nicht notwendig.

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