Freitag, 21. Februar 2020

Sorgen um das Renzi-Referendum Was Sie über Italiens Bankenkrise wissen müssen

Szenarien nach Renzis Referendum: Was passiert jetzt mit Italien?
DPA

2. Teil: Um wie viel Geld geht es?

Um wie viel Geld geht es?

Auf den ersten Blick ist die Summe erschlagend: Laut der Zentralbank Banca d'Italia gilt immer noch ein Zehntel aller Kredite in den Büchern italienischer Banken als faul ("Sofferenze"): 214 Milliarden Euro; nach einer weiteren Definition sind sogar Kredite im Wert von 356 Milliarden Euro Not leidend.

Der größte Teil davon ist in den Bilanzen schon abgeschrieben (auf ungefähr 40 Prozent des Nennwerts). Doch um auf den aktuellen Marktwert von rund 20 Prozent zu kommen, fehlen immer noch gut 40 Milliarden Euro. Genau diese Summe hatte die Regierung von Matteo Renzi im Frühsommer als Staatshilfe ins Spiel gebracht - um dann doch lieber nichts zu tun.

Es gibt zwar seit April einen privaten Rettungsfonds namens Atlante, der hatte seine 4,3 Milliarden Euro aber binnen Kürze zur Hälfte für die Kapitalerhöhungen zweier mittelgroßer Banken (Popolare di Vicenza und Veneto Banca) verbraucht.

Im August hat Atlante - benannt nach dem Riesen Atlas aus der griechischen Sage, der die Last des Himmels tragen musste - nochmal 2,4 Milliarden Euro aufgenommen. Aber das reicht nur im günstigsten Fall, um der größten Krisenbank Monte dei Paschi di Siena einen Teil der faulen Kredite abzukaufen.

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