Vergleich im Libor-Skandal Deutsche Bank zahlt in Zinsaffäre 2,5 Milliarden Dollar

Von mm-newsdesk
Neue Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten: Ein Vergleich im Zinsskandal kostet die Deutsche Bank 2,5 Milliarden Dollar

Neue Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten: Ein Vergleich im Zinsskandal kostet die Deutsche Bank 2,5 Milliarden Dollar

Foto: DPA
Fotostrecke

Führungskrise bei der Deutschen Bank: Die wichtigsten Deutschbanker

Foto: Youtube / Womens Refugee Commi

Die Deutsche Bank muss im Skandal um Zinsmanipulationen abermals tief in die Tasche greifen. 2,5 Milliarden Dollar zahlt Deutschlands größtes Geldhaus in einem Vergleich mit den Regulierern in Großbritannien und den USA, wie die Behörden am Donnerstag mitteilten. Damit können die Frankfurter ihre größte Altlast unter den zahllosen Rechtsstreitigkeiten nun zu den Akten legen. manager magazin hatte bereits zuvor berichtet, dass die Zahlung des Geldhauses mehr als 2 Milliarden Dollar betragen werde.

Mit am Tisch saßen das US-Justizministerium, die US-Derivate-Aufsicht CFTC, die New Yorker Finanzaufsicht DFS von "Bankenschreck" Benjamin Lawsky sowie die britische Aufsichtsbehörde FCA. Sie haben auch durchgesetzt, dass einige Mitarbeiter der Bank wegen der Tricksereien gehen müssen.

"Der Vergleich ist ein weiterer Schritt auf unserem Weg, die Vergangenheit aufzuarbeiten und dafür zu sorgen, dass die Bank das Vertrauen der Kunden, Aktionäre und der gesamten Gesellschaft wieder zurückerlangt", erklärten die beiden Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen am Donnerstag.

Die Bank habe verantwortliche Mitarbeiter im Handelsbereich bestraft oder entlassen und ihre internen Kontrollen verstärkt. Das Führungsduo betonte allerdings auch, dass kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied von den Tricksereien wusste.

Deutsche Bank sieht ihre Top-Manager entlastet

Demzufolge sieht die Deutsche Bank ihre Top-Manager trotz der Rekordstrafe im Libor-Skandal reingewaschen. "Für kein gegenwärtiges oder ehemaliges Vorstandsmitglied wurde festgestellt, dass es Kenntnis über das Fehlverhalten im Handelsbereich hatte oder daran beteiligt war", teilte das Institut mit.

Die Manipulation hatte im Investmentbanking stattgefunden, dessen oberster Leiter jahrelang der heutige Co-Chef der Bank Anshu Jain war.

Die interne Untersuchung zum Libor-Fall sei die größte in der Geschichte der Bank gewesen. Dazu habe die Sammlung von mehr als 150 Millionen elektronischen Dokumenten und 850 000 Audio-Mitschnitten sowie die spätere Analyse von mehr als 21 Millionen elektronischen Dokumenten und 320.000 Audio-Mitschnitten gehört. Allerdings musste die Bank auch einräumen, dass es zunächst bei der Weiterleitung der Daten zu Verzögerungen gekommen sei. Das hatten die Aufseher bemängelt und dies dürfte die Zahlung hochgetrieben haben

In den Zinsskandal sind Banken rund um den Globus verstrickt. Nach Erkenntnissen von Regulierern hatten sich einzelne Händler bei wichtigen Referenzzinsen wie Libor und Euribor abgesprochen, um Handelsgewinne einzustreichen. An solchen Zinssätzen hängen weltweit Geschäfte in einem Volumen von vielen hundert Billionen Dollar. Etliche Institute haben in den vergangenen Jahren Vergleiche mit verschiedenen Instanzen geschlossen. Von der EU-Kommission war die Deutsche Bank bereits Ende 2013 zu einer Strafe von 725 Millionen Euro verdonnert worden.

Die Deutsche Bank hatte bereits am Vorabend angekündigt, dass sie im ersten Quartal ihre Rückstellungen für Rechtsrisiken um weitere 1,5 Milliarden Euro erhöhen müsse. Trotzdem werde unter dem Strich noch ein Gewinn stehen. Die Vorlage der Bilanz für die ersten drei Monate ist für Mittwoch geplant. Ende 2014 hatte das Institut schon über drei Milliarden Euro für mögliche Niederlagen bei seinen juristischen Auseinandersetzungen zur Seite gelegt.

Die Deutsche Bank steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Am Freitag will der Aufsichtsrat in einer außerordentlichen Sitzung über die Zukunft der Bank beraten.

Umbau der Deutschen Bank - SPD sorgt sich um Zukunft der Postbank

ts/rei/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.