Dienstag, 12. November 2019

Reaktionen zum Rücktritt "Deutsche Bank braucht eine radikale Operation"

Ziehen die Konsequenzen aus der scharfen Kritik der Investoren: Jürgen Fitschen (r.) und Anshu Jain haben ihren Rücktritt angekündigt. Jain geht Ende Juni, Fitschen soll für einen geordneten Übergang sorgen und gibt sein Amt als Co-Vorstandschef ein Jahr später auf. Der Brite Cryan soll dann die Bank alleine führen

Der überraschende Rücktritt der Doppelspitze der Deutschen Bank ruft eine Welle an Reaktionen und Kommentaren in der Politik und den Medien hervor. manager magazin online hat die prägnantesten für Sie zusammengestellt. Viele Kommentatoren sehen mit dem Führungswechsel die Probleme der größten deutschen Bank indes noch lange nicht beseitigt.

Die Deutsche Bank muss nach dem überraschenden Führungswechsel nach Einschätzung der SPD weiter an ihrer Glaubwürdigkeit arbeiten. Zum angekündigten Rückzug der beiden Co-Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen sagte der Vize-Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider: "Ein personeller Neuanfang war überfällig." Jetzt müsse die Deutsche Bank Glaubwürdigkeit zurückgewinnen und wieder in die Erfolgsspur kommen.

Auch der Sprecher für Finanzpolitik bei den Grünen, Gerhard Schick, betonte die Chance für einen Neuanfang bei der Deutschen Bank. Die bisherigen Chefs seien zu stark mit den alten Problemen verbunden gewesen. "Der neue Vorstand muss jetzt aufräumen, vor allem im Investmentbanking, wo das teilweise kriminelle Verhalten strukturell bedingt war."

"Nachfolger wird kaum anders agieren als die alten Chefs"

Die Linke warnte, mit dem Stühlerücken an der Konzernspitze sei es nicht getan. "Der Nachfolger wird kaum anders agieren als die alten Chefs", sagte Fraktionsvize Dietmar Bartsch. Die Deutsche Bank und die gesamte Finanzwelt hätten aus der Krise nichts gelernt. Noch immer gelte das Prinzip "too big to fail" - große Finanzkonzerne könnten wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung die Politik erpressen, am Ende auch mit Steuerzahlergeld gerettet zu werden. "Wir brauchen eine Stärkung von Sparkassen und Volksbanken, und nicht von Großbanken."

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