Montag, 27. Mai 2019

Li Ka-shing investiert in deutsche Fintech-Firma Hongkongs Milliardär Nr. 1 päppelt Berliner Startup Number26

Investiert in alle Branchen: Li Ka-shing, der reichste Mann Hongkongs

Das Geld können sie in Berlin gerade gut gebrauchen, und die gute Nachricht auch.

40 Millionen Dollar frisches Kapital hat das Berliner Finanz-Startup Number26 laut eigener Mitteilung vom Dienstag eingesammelt. Angeführt habe die Finanzierungsrunde Horizons Ventures, der private Risikokapitalfonds von Li Ka-shing. Der 87-Jährige, dessen Vermögen von "Bloomberg" auf 29 Milliarden Dollar geschätzt wird, gilt als reichster Mann Hongkongs und einer der drei reichsten Asiaten.

Außerdem beteiligen sich Robert Gentz, David Schneider und Rubin Ritter, die Vorstände des Online-Schuhhändlers Zalando Börsen-Chart zeigen. Der frühe Number26-Investor Valar Ventures, hinter dem unter anderem Silicon-Valley-Star Peter Thiel steht, habe ebenfalls nachgelegt.

Number26 hat nach eigenen Angaben in 17 Monaten 200.000 Kunden für sein ausschließlich per Smartphone-App zugängliches kostenloses Girokonto geworben - und laut Mitgründer Maximilian Tayenthal "das traditionelle Bankenmodell fundamental verändert".

Die Zweifel an den Fintechs wachsen

Die Kapitalspritze für das Unternehmen fällt in eine Zeit, in der die Zweifel am Erfolg der Banken-Herausforderer aus der Fintech-Branche wachsen. Dazu trug auch Number26 selbst bei, als Anfang Juni mehrere hundert Konten gekündigt wurden, was einen Shitstorm in sozialen Netzwerken auslöste.

Als Erklärung verwies das Startup auf "sehr häufiges Bargeldabheben" der betroffenen Kunden - und darauf, im Verhältnis zur rasch gewachsenen Zahl der gewonnenen Neukunden sei die der Kündigungen gering. Dennoch blieb der Eindruck, das Kostenlos-Modell von Number26 eigne sich zwar zum Wachstum der Kundenbasis, weniger aber für eine dauerhaft profitable Perspektive.

Solange das Risikokapital weiter fließt, ist dieses Problem aber nicht so akut. Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert Mitgründer Valentin Stalf von einer Madrider Branchenkonferenz, "es sind allesamt Investoren, die uns auch die nächsten fünf bis zehn Jahre noch unterstützten können". Am Ende könnte ein Börsengang stehen.


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