Montag, 22. April 2019

Angeschlagene Landesbank Zwei Finanzinvestoren bieten gemeinsam für NordLB

NordLB-Zentrale in Hannover (hinten rechts, von der Sonne angestrahlt)

Noch ist unklar, ob bei der NordLB private Investoren das Ruder übernehmen. Im Bieterverfahren um eine Beteiligung an der Landesbank liegt nun ein Angebot auf dem Tisch, das überrascht.

Das wochenlange Ringen um eine Rettung der NordLB tritt in die heiße Phase. Nun haben zwei Finanzinvestoren ein gemeinsames Angebot vorgelegt. "Wir werden das Angebot der beiden Investoren jetzt gründlich prüfen und auf dieser Basis gemeinsam mit unseren Trägern über das weitere Vorgehen entscheiden", sagte der Vorstandsvorsitzende Thomas Bürkle.

Er sei zuversichtlich, dass es schon bald zu einer grundlegenden Richtungsentscheidung kommen werde. "Wir sind dabei auch weiterhin offen für eine öffentlich-rechtliche Lösung." Wer die beiden Investoren sind, teilte die Bank nicht mit. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um die US-Finanzinvestoren Cerberus und Centerbridge. Ob das Unternehmen Apollo noch im Rennen ist, war zunächst unklar. Cerberus kontrolliert gemeinsam mit dem Investor J. Christopher Flowers bereits die HSH Nordbank.


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Die in Hannover ansässige NordLB benötigt Finanzkreisen zufolge insgesamt gut 3,5 Milliarden Euro. Die Bank hatte zuletzt wegen des schwierigen Geschäfts bei der Schiffsfinanzierung Milliardenverluste verzeichnet und braucht auch wegen der strikteren EU-Forderungen bei der Eigenkapitalquote dringend frisches Geld. Größter Anteilseigner ist Niedersachsen, außerdem sind zahlreiche Sparkassen beteiligt.

Dass nun zwei Investoren ein gemeinsames Angebot abgegeben haben, war nicht erwartet worden. Grund könnte sein, dass sie zusammen mehr bieten können als alleine. Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sagte, das Angebot der beiden Investoren bestätige, dass die Bank ein gutes Potenzial habe. Das Angebot werde zügig ausgewertet und mit den wichtigen Stakeholdern erörtert. "Zugleich forciere ich weiterhin die Gespräche mit dem öffentlich-rechtlichen Sektor." Ihm sei wichtig, eine nachhaltige und auf Dauer tragfähige Lösung mit einer profitablen Struktur zu erreichen. "Ein bloßes "Weiter so" oder eine kurzfristige Maßnahme kann es nicht geben."

Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband hatte sich zuvor für eine Konsolidierung auf Ebene der Landesbanken ausgesprochen und sucht nach inoffiziellen Informationen eine öffentlich-rechtliche Lösung. Bei einem Treffen der Eigentümer bei der Bankenaufsicht der Europäischen Zentralbank sollen dennoch schon die Weichen für eine öffentliche Unterstützung gestellt worden sein, wie die "Börsen-Zeitung" berichtet hatte.

Demnach müssten den größten Anteil dann die Länder Niedersachsen und Sachsen-Anhalt stemmen, die zusammen rund 65 Prozent an der Landesbank halten. Der Rest käme dann von den an der NordLB beteiligten Sparkassen aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Zudem würde auch der Sicherungsfonds aller deutschen Sparkassen ebenso zur Kasse gebeten wie der entsprechende Fonds der Landesbanken.

luk, dpa

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