Bitcoin, Ether und Co N26 bietet Kunden Handel mit Kryptowährungen an

Kunden der Smartphone-Bank in Deutschland und vier weiteren Ländern können künftig Kryptowährungen handeln. Damit folgt N26 Konkurrenten wie Revolut oder Trade Republic. Die Kunden müssen jedoch Bedingungen erfüllen, sagt N26-Chef Valentin Stalf.
Setzt jetzt auch auf Krypto: N26-Vorstandschef und Mitbegründer Valentin Stalf

Setzt jetzt auch auf Krypto: N26-Vorstandschef und Mitbegründer Valentin Stalf

Foto: Lino Mirgeler / picture alliance/dpa

Die Smartphone-Bank N26 ermöglicht nun auch Kunden in Deutschland den Handel mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen. Den Service "N26 Krypto" werde man außerdem auch in der Schweiz, Belgien, Portugal und Irland starten, kündigte das Unternehmen am Dienstag in Berlin an. Darüber können knapp 200 Kryptowährungen in der N26-App gekauft oder verkauft werden.

N26 bietet seinen neuen Krypto-Service in Zusammenarbeit mit dem österreichischen Unternehmen Bitpanda an. Nur Kunden, deren Identität die Bank verifiziert und geprüft hat, dürfen in der N26-App mit Kryptowährungen handeln. "Der Kauf von Krypto-Assets stellt ein hohes Risiko dar und kann zum Verlust des ausgegebenen Geldes führen", warnt die Bank in ihrem Produkt-Angebot. 2021 hatte die Finanzaufsicht wegen Mängeln in der Geldwäscheprävention eine Geldstrafe gegen N26 verhängt.

N26-Vorstandschef und Mitbegründer Valentin Stalf (37) erklärte, Kryptowährungen blieben trotz der Marktschwankungen "weiterhin eine gefragte und attraktive Anlageklasse" für Investorinnen und Investoren und bildeten einen wachsenden Teil des Finanzsystems. "Für eine neue Generation von Investierenden, die nach Möglichkeiten sucht, um ihr Vermögen zu vermehren, gelingt der Einstieg in das Geldanlegen häufig über den Handel mit Kryptowährungen."

1,5 Prozent Transaktionsgebühr beim Bitcoin-Kauf

Bei der Bereitstellung von Krypto-Handelsmöglichkeiten für Kunden folgt N26 Konkurrenten wie Trade Republic, Revolut und Vivid Money. Die Ausführung des Krypto-Handels und die Verwahrung der digitalen Münzen übernimmt bei N26 der Kryptospezialist Bitpanda. Beim Handel mit Bitcoin fällt eine Transaktionsgebühr von 1,5 Prozent an, für andere Coins müssen 2,5 Prozent Gebühr bezahlt werden.

Die schrittweise Einführung des Kryptodienstes bei N26 in den verschiedenen EU-Ländern hängt mit einer generellen Anordnung des europäischen Regulierers zusammen, wonach jegliche Kryptoprodukte noch einmal speziell zu überprüfen sind. Da es keine einheitlichen Regeln in der EU gibt, muss N26 auf die Anforderungen der jeweiligen Staaten eingehen.

Große Kursschwankungen bei Bitcoin

Verbraucherschützer weisen regelmäßig auf das hohe Risiko dieser Anlagen hin. Wer in Bitcoin und andere Krypto-Assets investieren möchte, müsse sich der großen Kursschwankungen bewusst sein und unter Umständen auch mit einem Totalverlust rechnen. Die populärste Kryptowährung, der Bitcoin, hatte nach einem jahrelangen steilen Aufwärtstrend im vergangenen Jahr stark an Wert verloren. Der Kurs sank von gut 47.000 US-Dollar zum Jahresbeginn 2022 auf knapp 17.000 Dollar Ende 2022. In den vergangenen Tagen hat der Bitcoin-Kurs allerdings kräftig zugelegt und wieder die Schwelle von 20.000 Dollar überschritten.

Für Probleme in der Krypto-Welt sorgte jüngst auch die Kryptowährungsplattform FTX, die im November 2022 Insolvenz angemeldet hat. Das Geschäftskonstrukt der Firma war zusammengebrochen, als bekannt geworden war, dass FTX seine Kundengelder hauptsächlich in einer eigens ausgegebenen Kryptowährung ohne Gegenwert hielt .

Gründer Sam Bankman-Fried (30) wurde in den USA unter anderem wegen Betrugs und Geldwäsche angeklagt. Insidern zufolge soll Bankman-Fried heimlich zehn Milliarden Dollar an Kundengeldern zu Alameda transferiert haben, ein mit FTX verbundener Hedgefonds. Der FTX-Gründer erklärte sich bei einem Gerichtstermin für "nicht schuldig".

mje/dpa-afx/reuters
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