Sonntag, 31. Mai 2020

Milliardenbelastung Morgan Stanley will Boni schneller ausschütten

Zentrale in New York: Künftig will Morgan Stanley nur noch die Hälfte der Boni in spätere Jahre verschieben

Vorbei sind die Zeiten der Finanzkrise: Die US-Investmentbank Morgan Stanley rückt verstärkt von der Praxis ab, Boni in kommende Jahre zu schieben. Das beschert dem Geldhaus zum Jahresende eine Milliardenbelastung.

New York - Die US-Investmentbank Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen will Boni an ihre Mitarbeiter wieder schneller ausschütten und nimmt dazu am Jahresende eine Milliardenbelastung in Kauf. Künftig solle im Schnitt nur noch die Hälfte der Boni in spätere Jahre verschoben werden, teilte Morgan Stanley mit. Zuletzt hatte der Anteil bei 80 Prozent gelegen.

Weil die Bank nun auch Boni aus früheren Jahren schneller verbucht, rechnet das Management im vierten Quartal mit einer Belastung von bis zu 1,2 Milliarden Dollar (973 Millionen Euro).

Mit dem Schritt rückt das Institut von der Bonus-Praxis ab, die es nach der Finanzkrise von 2008 eingeführt hatte. Seitdem hatte Morgan Stanley einen Großteil der Bonuszahlungen auf spätere Jahre verschoben, um die direkte Kostenbelastung zu senken und die Beschäftigten an sich zu binden. Jetzt passt sich das Unternehmen an die Praxis anderer Institute an.

Viele Banker profitieren vom Boni-Aufschub. In den kommenden Wochen laufen viele Haltefristen aus. Die Aktienkurse sind seit den Krisen-Tiefständen kräftig gestiegen. Die Sondervergütungen fallen damit viel höher aus, als wären sie seinerzeit direkt ausgezahlt worden. "Die Aktien-Prämien der Krisen-Ära haben sich in Gold verwandelt", sagte Alan Johnson von der Beratungsfirma Johnson Associates "Crain's".

ts/dpa-afx

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