Rekordergebnis, aber... Morgan Stanley verliert 900 Millionen Dollar durch Archegos-Pleite

Das Hoch an den Finanzmärkten erfreute bereits Goldman Sachs, JP Morgan und andere US-Banken. Jetzt legt auch Morgan Stanley Rekordergebnisse vor - mit allerdings einem Makel.
Starkes Quartal: Morgan Stanley erzielte Rekorde bei Gewinn und Umsatz

Starkes Quartal: Morgan Stanley erzielte Rekorde bei Gewinn und Umsatz

Foto: Shannon Stapleton / Reuters

Der boomende Handel mit Wertpapieren sowie starke Zuwächse in der Vermögensverwaltung und im Investmentbanking haben dem US-Geldhaus Morgan Stanley zu Jahresbeginn Bestwerte bei Gewinn und Erträgen beschert. In den drei Monaten bis Ende März stieg der Überschuss im Jahresvergleich um 150 Prozent auf vier Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro), wie der Finanzkonzern am Freitag mitteilte.

Die gesamten Einnahmen wuchsen um 61 Prozent auf 15,7 Milliarden Dollar. Vorstandschef James Gorman (62) zeigte sich zufrieden und gab einen optimistischen Ausblick ab: "Das Unternehmen ist sehr gut aufgestellt für Wachstum in den kommenden Jahren". Doch obwohl die Zahlen die Erwartungen der Analysten übertrafen, reagierten Anleger negativ und ließen die Aktie  vorbörslich zunächst fallen.

Der Quartalsbericht hatte allerdings auch einen Makel. So gingen durch den Zahlungsausfall eines einzigen Kunden und Handelsverluste infolgedessen über 900 Millionen Dollar verloren. Morgan Stanley nannte zunächst keinen Namen. Laut "Financial Times" bestätigte das Geldhaus aber später, dass es sich um den Hedgefonds Archegos handelt, dessen Pleite die Branche erschüttert und auch andere Investmenthäuser wie Credit Suisse oder Nomura in Milliardenhöhe belastet hatte.

Morgan Stanley meldet einen Verlust durch "einen Großkunden" - sprich: Archegos - im Kreditgeschäft in Höhe von 644 Millionen Dollar. Hinzu kommt ein Minus von 267 Millionen Dollar im Handelsgeschäft ebenfalls durch Archegos.

Die Konkurrenz wurde zum Teil deutlich härter durch die Archegos-Pleite getroffen. Credit Suisse beispielsweise erlitt dadurch einen Verlust von mindestens 4,7 Milliarden Dollar. Beim japanischen Geldinstitut Nomura waren es laut "FT" rund zwei Milliarden Dollar. Goldman Sachs dagegen blieb durch die Hedgefonds-Pleite weitgehend unbeschadet.

cr/dpa-afx