Sonntag, 18. August 2019

Hypotheken-Streit Citigroup zahlt sieben Milliarden Dollar Strafe

US-Bank Citigroup: Nach der vereinbarten Milliardenstrafe sind alle Klagen im Hypotheken-Streit jetzt hinfällig

Der kostspielige Vergleich im Hypotheken-Streit hat der Citigroup die Bilanz verhagelt. Die sieben Milliarden Dollar hohe Strafe ließ den Nettogewinn im zweiten Quartal um 96 Prozent einbrechen. Bankchef Corbat zeigt sich trotzdem mit dem Quartal zufrieden.

New York - Die teure Einigung im Hypothekenskandal hat das Ergebnis der US-Großbank Citigroup im zweiten Quartal nahezu aufgezehrt. Unter dem Strich stand noch ein Mini-Gewinn von 181 Millionen Dollar, wie das Institut am Montag in New York mitteilte. Vor einem Jahr hatte es noch 4,2 Milliarden Dollar verdient.

Die Citigroup Börsen-Chart zeigen verständigte sich am Montag wegen fragwürdiger Immobiliengeschäfte aus der Zeit vor der Finanzkrise mit US-Behörden auf eine Buße von sieben Milliarden Dollar. Rund 3,7 Milliarden Dollar verbuchte sie im zweiten Quartal als Belastung.

Citigroup-Chef Michael Corbat sagte, die Einigung mit den Behörden sei im besten Interesse der Aktionäre. "Das ermöglicht uns, nach vorne zu schauen und uns auf die Zukunft zu konzentrieren, nicht auf die Vergangenheit. "Die Strafe ist mehr als doppelt so hoch wie von Analysten erwartet. In den Verhandlungen waren allerdings vonseiten der Regierung zeitweise zwölf Milliarden Dollar gefordert worden.

Mit dem Vergleich werden alle Klagen in der Sache hinfällig. Zahlreichen Banken wird vorgeworfen, Investoren beim Verkauf von Wertpapieren vor 2008 hinters Licht geführt zu haben - was die weltweite Finanzkrise ins Rollen brachte.

Corbat zeigte sich trotz der Sonderlasten mit dem Quartal zufrieden. Im Kerngeschäft sei das Kreditvolumen ausgeweitet worden. Zudem seien die operativen Kosten gesenkt worden. Allerdings fielen auch die Einnahmen der Bank um 6 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 19,3 Milliarden Dollar.

Die Deutsche Bank hatte im Dezember mit der Zahlung von 1,4 Milliarden Euro den Streit über solche Geschäfte mit der US-Behörde FHFA beigelegt. Damit sind aber noch nicht alle Klagen in der Sache aus dem Weg geräumt.

rei/rtr/dpa-afx

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