Millionenklage gegen Sal. Oppenheim Middelhoff bleibt Prozessauftakt fern

Der wegen Untreue verurteilte Ex-Arcandor-Chef Middelhoff hat noch eine Rechnung offen: Zusammen mit seiner Frau verklagt er die Bank Sal. Oppenheim auf Millionen. Dem Prozessauftakt wohnt Middelhoff aber nicht bei - er muss in U-Haft bleiben.
Thomas Middelhoff: Der Ex-Arcandor-Chef sitzt in U-Haft. Als Kläger beginnt jedoch heute sein Prozess gegen die Bank Sal. Oppenheim

Thomas Middelhoff: Der Ex-Arcandor-Chef sitzt in U-Haft. Als Kläger beginnt jedoch heute sein Prozess gegen die Bank Sal. Oppenheim

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Köln - Ein von dem ehemaligen Spitzenmanager Thomas Middelhoff und seiner Frau angestrengter Zivilprozess vor dem Landgericht Köln wird heute ohne den prominenten Kläger über die Bühne gehen. "Middelhoff kommt nicht", sagte ein Sprecher des Gerichts. Zu den Gründen wollte er sich nicht äußern.

Middelhoff sitzt nach der Verurteilung wegen Untreue und Steuerhinterziehung durch das Landgericht Essen derzeit in Untersuchungshaft.

Vor dem Landgericht Köln haben die Middelhoffs dem Sprecher zufolge das zur Deutschen Bank  gehörende Bankhaus Sal. Oppenheim und die Stadtsparkasse KölnBonn verklagt. seit der Pleite des Arcandor-Konzerns - zuvor KarstadtQuelle - streiten beide Seiten um Millionensummen. Thomas Middelhoff und seine Gattin Cornelie fordern die Rückabwicklung ihrer Beteiligungen an diversen Fonds sowie die Freigabe von gut 23 Millionen Euro Festgeld, die die Bank eingefroren habe.

Das Landgericht nannte einen Streitwert von 30 Millionen Euro. Diese Summe sei aber grundsätzlich Obergrenze in Zivilverfahren, die tatsächliche Forderung der Kläger liege höher, sagte ein Gerichtssprecher.

Middelhoff ist nicht der einzige Kläger gegen die Bank

Middelhoff war vom Landgericht Essen wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Der 61-Jährige will in Revision gehen. Wegen Fluchtgefahr war er sofort nach dem Urteil in Haft genommen worden. Dort soll er nach einem gestrigen Haftprüfungstermin bis zu einer neuen Entscheidung in dieser Woche auch vorerst noch bleiben.

Middelhoff ist nicht der einzige Kläger gegen die Bank. Auch Madeleine Schickedanz (71), die einstige Großaktionärin des Handelskonzerns Karstadt-Quelle hat noch eine Rechnung offen mit dem Institut.

Sie fordert von Sal. Oppenheim, einigen Ex-Eignern des Bankhauses und dem Immobilienunternehmer Josef Esch (58), sage und schreibe 1,9 Milliarden Euro zurück - weil die sie um ihr Vermögen gebracht haben sollen. Die Beschuldigten weisen die Vorwürfe zurück. In dem Verfahren war ihr Middelhoff Anfang November vor Gericht noch als Zeuge zur Hilfe geeilt.

rei/ts/rtr/dpa