Sonntag, 26. Mai 2019

Vorstandsumbau Marcus Schenck - ein neuer starker Mann bei der Deutschen Bank

Lächelt bald für die Deutsche Bank: Marcus Schenck, hier noch als Finanzvorstand des Energiekonzerns Eon im Jahr 2012
[M] mm.de; picture alliance / Sven Simon
Lächelt bald für die Deutsche Bank: Marcus Schenck, hier noch als Finanzvorstand des Energiekonzerns Eon im Jahr 2012

Spektakulärer Vorstandsumbau bei der Deutschen Bank: Nach Informationen von manager magazin online wechselt Deutschlands größtes Geldhaus seinen Finanzvorstand aus. Marcus Schenck kommt vom Erzrivalen Goldman Sachs. Auch im derzeit so wichtigen Rechts-Ressort bahnt sich ein Wechsel an.

Hamburg - Nach Informationen von manager magazin wird Markus Schenck, 2006 bis 2013 Finanzvorstand des Energieriesen Eon Börsen-Chart zeigen und derzeit bei der Investmentbank Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen Europa-Chef des Investmentbankings, neuer Finanzvorstand des Konzerns. Der bisherige Finanzvorstand Stefan Krause erhält das neu geschaffene Ressort für Strategie und Operational Excellence und soll sich künftig um die langfristige Weiterentwicklung der Bank kümmern.

Ebenfalls neu in den Vorstand aufrücken soll Christian Sewing, bislang als Group Head of Audit konzernweit verantwortlich für die interne Revision. Welchen Job Sewing künftig im Vorstand übernehmen soll, blieb am Dienstagabend unklar. Mehrere Quellen deuteten allerdings an, dass Sewing Nachfolger von Stephan Leithner als Rechtsvorstand wird. Sewing werden exzellente Kontakte zur deutschen Finanzaufsicht Bafin nachgesagt. Die sind auch nötig, schließlich untersucht die deutsche Finanzaufsicht die Deutsche Bank auch auf ordnungsgemäße Geschäftsorganisation. Sollten die Aufseher, die bei nahezu jeder Aufsichtsratssitzung dabei sind, sogenanntes Organisationsversagen feststellen, könnten sie auf Grundlage des Kreditwesengesetzes (KWG) im Extremfall einzelne Vorstände oder Aufsichtsräte abberufen.

Leithner, ein gelernter Investmentbanker, stand konzernintern zuletzt enorm unter Druck, die zahlreichen schwebenden Verfahren gegen die Deutsche Bank rascher zu beenden, die bereits seit Monaten das Bild der Bank in der Öffentlichkeit bestimmen. Zudem ist seine Rolle im Fall Kirch, der die Bank fast eine Milliarde Euro gekostet hat, noch ungeklärt. Außer für Recht und die Beziehungen zu den Regulatoren ist Leithner auch für das Europa-Geschäft und Personal zuständig.

Erster größerer Umbau seit Mai 2012

Damit vollzieht der Aufsichtsrat erstmals nach dem Amtsantritt von Gremiumschef Paul Achleitner im Mai 2012 einen größeren Umbau des Vorstands. Die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen, die morgen ihre Zahlen zum dritten Quartal 2014 vorlegen will, steht unter erheblichem Druck der Aufsichtsbehörden in aller Welt, insbesondere wegen der mutmaßlichen Manipulationen des Interbankenzinses Libor sowie verschiedener Devisenkurse.

Das Institut hat bereits mehrere Milliarden Euro für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aufwenden müssen und weitere 3 Milliarden Euro zurückgelegt. Allein im dritten Quartal mussten weitere 894 Millionen Euro zurückgestellt werden.

Dibelius geht bei Goldman, Schenck wechselt zur Deutschen Bank

Den neuen Finanzvorstand Schenck konnte Achleitner auch deswegen für die Deutsche Bank gewinnen, weil der ehemalige Eon-Vorstand nicht die Nachfolge von Goldman-Sachs-Deutschlandchef Alexander Dibelius antreten darf. Dibelius wird durch eine Doppelspitze ersetzt. Nach seinem Abschied von Eon im vergangenen Jahr hatte Schenck sein Haus in Düsseldorf in der Nähe des Konzernsitzes des Energieversorgers behalten.

Die Personalien Schenck und Sewing werden Thema auf der Aufsichtsratssitzung der Deutschen Bank am Mittwoch sein. Die Bank wollte die Informationen auf Nachfrage nicht kommentieren, bestätigte dann aber am Mittwochmorgen mit Vorlage der neuen Geschäftszahlen den Wechsel im Finanzressort.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung