Samstag, 20. Juli 2019

Großbanken im Visier Britische Behörden fürchten Devisenmanipulation

Londons Finanzviertel Canary Wharf: Behörden ermitteln wieder
REUTERS/Crossrail
Londons Finanzviertel Canary Wharf: Behörden ermitteln wieder

Droht das nächste Finanzbeben? Noch sind nicht alle Folgen der Manipulation des Banken-Zinssatzes Libor aufgearbeitet, da deutet sich die nächste Erschütterung an. Wieder ermitteln Behörden wegen Abzocke. Jetzt ist der Devisenmarkt ins Visier der Behörden geraten.

London - Die britische Bankenaufsicht FCA nimmt Devisengeschäfte europäischer Banken unter die Lupe. Ein Sprecher der Behörde in London bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag, dass es Gespräche gebe. "Uns ist bekannt, dass Vorwürfe erhoben wurden und wir sprechen mit den beteiligten Parteien", sagte er.

Die Gespräche hätten jedoch noch nicht den Status von Vorermittlungen. Namen einzelner Institute, mit denen Gespräche geführt werden, wollte er nicht nennen. Er bestätigte damit im Kern britische Medienberichte. Demnach sollen Devisenhändler ausgepackt und beschrieben haben, wie sie Kursermittlungen beeinflussten und für eigene Geschäfte ausnutzten.

Auf dem Devisenmarkt, dem Finanzmarkt für den Tausch von Währungen, werden täglich enorme Summen im Bereich von mehreren Billionen Euro gehandelt. Er gilt als der größte Finanzmarkt der Welt. Kleine Manipulationen können dort wegen des großen Handelsvolumen erhebliche Auswirkungen haben. Im vergangenen Jahr waren Manipulationen des Referenzzinses Libor in London bekanntgeworden. Mindestens die drei Großbanken Barclays Börsen-Chart zeigen, UBS Börsen-Chart zeigen und Royal Bank of Scotland Börsen-Chart zeigen haben für Manipulationen bereits Strafzahlungen in dreistelliger Millionenhöhe leisten müssen.

kst/dpa

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