HVB soll Funktionen abgeben Mailand will Kosten der HVB senken

Von mm-newsdesk
Die HypoVereinsbank soll Kompetenzen und Funktionen an die Mutter abgeben

Die HypoVereinsbank soll Kompetenzen und Funktionen an die Mutter abgeben

Foto: Daniel Karmann/ picture alliance / dpa

Das wird man in München nicht gern hören: Die italienische Bank Unicredit will zentrale Funktionen der deutschen Tochter HypoVereinsbank (HVB) nach Mailand verlagern, um Kosten zu drücken. Zehn Jahre nach der Übernahme durch die größte italienische Bank würde die HVB damit einen Teil ihrer Eigenständigkeit verlieren.

"Es gibt einige Möglichkeiten, die Bank schlanker aufzustellen und manche nicht kundenrelevante Funktionen auf der Ebene der Gruppe zu zentralisieren," sagte Unicredit-Chef Federico Ghizzoni dem "Handelsblatt" (Mittwochausgabe).

Der Bankmanager wolle damit die Effizienz der deutschen Tochter verbessern, schrieb das Blatt. Die HVB habe per Ende Juni für jeden Euro Ertrag 75 Cent ausgegeben. Die Mutter Unicredit schneide bei dieser Kosten-Ertrags-Relation mit 60 Prozent deutlich besser ab.

Was auf die HVB-Mitarbeiter genau zukommt, solle erst in den kommenden Monaten feststehen. Bis zum Jahresende wolle Ghizzoni die Details des neuen Restrukturierungsplans verkünden.

Der Unicredit-Chef erteilte zudem den Hoffnungen vieler HVB-Banker nach einer größeren Selbstständigkeit der Tochter eine Absage. "Wir haben keine Pläne, uns von der HVB zu trennen oder sie an die Börse zu bringen. Das wäre auch ein Fehler, schließlich ist die HVB eine starke Bank in der stärksten Volkswirtschaft Europas. Es wäre also nicht logisch, ausgerechnet diesen Markt zu verlassen."

rei/reuters

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