Mittwoch, 1. April 2020

EXKLUSIV Cum-Ex-Geschäfte belasten M.M. Warburg Warburg-Haupteigner könnten Stimmrechte verlieren

im Visier der Bafin: M.M. Warburg legt für mögliche Gewinnrückzahlungen im Cum-Ex-Skandal etwa 60 Millionen Euro zurück.
obs / M.M.Warburg & CO / Aloys Kiefer
im Visier der Bafin: M.M. Warburg legt für mögliche Gewinnrückzahlungen im Cum-Ex-Skandal etwa 60 Millionen Euro zurück.

Den beiden Hauptanteilseignern der Hamburger Privatbank M.M. Warburg, Christian Olearius (77) und Max Warburg (71), droht der Entzug der Stimmrechte. Das berichtet das manager magazin. Kreisen zufolge, die mit der Angelegenheit vertraut sind, fordert die Finanzaufsichtsbehörde BaFin, dass Olearius und Warburg ihre Stimmrechte an Treuhänder übergeben. Hintergrund dafür ist die Verstrickung der Traditionsbank in sogenannte Cum-Ex-Geschäfte, die heute als illegal bewertet werden.

Olearius, der lange Chef des Bankhauses war, und Warburg, ein Nachfahr des Bankgründers, halten jeweils 40 Prozent der Anteile. Sie haben auf Druck der BaFin im vergangenen Jahr bereits ihren Posten im Aufsichtsrat von Warburg aufgegeben. Doch die Bankenaufseher verlangen noch mehr. Noch versuchen Warburg und Olearius, den Verlust der Stimmrechte abzuwenden. Gespräche dazu laufen. Die Beteiligten wollten sich nicht äußern.

Wenn die Behörde bei ihrer ursprünglichen Forderung bleibt, schließen Bankinsider nicht aus, dass Warburg und Olearius ihre Beteiligungen auf den Prüfstand stellen. Damit konfrontiert betonen sie, Spekulationen über angebliche Veräußerungsabsichten seien unwahr und entbehrten jeder Grundlage. Die Hauptgesellschafter stünden uneingeschränkt zur Warburg-Gruppe.

Die Bank hat nach manager-magazin-Informationen bisher etwa 60 Millionen Euro für mögliche Gewinnrückzahlungen aus Cum-Ex-Geschäften zurückgelegt. Das liegt nach Einschätzung von Insidern am unteren Rand dessen, was fällig werden könnte. Offiziell teilte das Institut mit: Für die Warburg-Gruppen seien, soweit erforderlich, ausreichende Rückstellungen aus sogenannten Cum-Ex-Geschäften gebildet worden. Für alle theoretischen Risiken im Zusammenhang mit dem laufenden Verfahren sei damit Vorsorge getroffen worden.

Lesen Sie die gesamte Geschichte auf manager magazin premium.

© manager magazin 2020
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung