Montag, 17. Juni 2019

M&A-Geschäft Warum Banker bei Tech-Deals außen vor bleiben

Skype, Beats & Co.: Die größten Merger ohne Banken
AFP

Fusionen und Übernahmen waren für Banker ein glänzendes Geschäft - sie galten als unverzichtbare Begleiter der großen Deals. Im Silicon Valley ist das mittlerweile anders.

New York/Hamburg - Wenn der Suchmaschinenriese Google Börsen-Chart zeigen sich für ein paar Hundert Millionen Dollar ein Unternehmen einverleiben will, geht er mit der Idee nicht erst zu seiner Hausbank. Viel lieber setzt Google-CEO Larry Page auf den von ihm sehr geschätzten Zahnbürstentest. Sprich: Werden Millionen Menschen den neuen Dienst, das neue Produkt ein oder zweimal pro Tag nutzen? Und geht damit eine Verbesserung des Lebens einher?

Viele Unternehmen lassen sich auch heute noch von Bankern wichtige Kennzahlen wie Gewinn, Umsatz und Profitabilität genau aufschlüsseln, bevor sie sich für die Übernahme eines Konkurrenten entscheiden. Anders im Silicon Valley: Die meisten Tech-Übernahmen gehen heutzutage ohne eine vorherige Analyse der Banken über die Bühne, berichtet die "New York Times".

Von Apples Beats-Übernahme über den Facebook-Oculus-Deal bis hin zur Waze-Übernahme durch Google - bei keiner der Aquisitionen kam laut "NYT" eine Investmentbank zum Zuge.

Apple schluckt Beats, FB schluckt Oculus - ohne Investmentbanken

"Larry schaut sich ein mögliches Geschäft in einem sehr frühen Stadium an", erläutert der bei Google für die Geschäftsentwicklung zuständige Donald Harrison das Vorgehen in der "New York Times". "Banker können da hilfreich sein, aber sie sind nicht notwendigerweise Kern der Diskussion."

Laut dem M&A-Analysehaus Dealogics sind in diesem Jahr 69 Prozent aller Tech-Übernahmen im Wert von mehr als 100 Millionen Dollar ohne das Zutun von Investmentbanken über die Bühne gegangen. Vor zehn Jahren lag der Anteil lediglich bei 27 Prozent.

Einer der größten Übernahmen der vergangenen Jahre, die ohne Beistand von Investmentbankern zustande kam, war dem Blatt zufolge zuletzt die fünf Milliarden-Dollar-Übernahme von Micros System durch Oracle Börsen-Chart zeigen. Der SAP-Konkurent ist laut "NYT" für seine ablehnende Haltung gegenüber Investmentbankern berüchtigt.

Unübertroffen bei den banklosen Deals ist aber noch immer die Skype-Übernahme im Jahr 2011. Damals zahlte Microsoft 8,5 Milliarden Dollar für den Internettelefonie-Betreiber an den Tech-Investor Silver Lake Partner.

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