Libor-Skandal Angeklagte Händler plädieren auf "nicht schuldig"

Wenig Einsicht beim ersten Prozess zum Libor-Skandal: Die beschuldigten drei Händler - darunter auch einer der mutmaßlichen Drahtzieher - plädieren alle auf nicht schuldig.
Angeklagt: Tom Hayes gilt als eine der Schlüsselfiguren im Libor-Skandal

Angeklagt: Tom Hayes gilt als eine der Schlüsselfiguren im Libor-Skandal

Foto: Facundo Arrizabalaga/ dpa

London - Der im Libor-Zinsskandal angeklagte frühere UBS- und Citigroup-Händler Tom Hayes hat am Dienstag vor einem Londoner Gericht auf "nicht schuldig" plädiert. Der 34-Jährige ist wegen acht Fällen von Abrede und Betrug in den Jahren 2006 bis 2010 angeklagt. Hayes erschien zur Anhörung zusammen mit den Ex-Brokern der Firma RP Martin, Terry Farr und James Gilmour, die sich ebenfalls "nicht schuldig" bekannten.

Die drei Briten sind die ersten Verdächtigen, die sich in dem Skandal vor Gericht verantworten müssen. Hayes hat seine Verteidiger in letzter Minute ausgewechselt. Er gilt als zentrale Figur im weltweiten Libor-Skandal und ist auch in den USA angeklagt. Er soll bei seinen mutmaßlichen Manipulationen mit 22 Personen zusammengearbeitet haben.

UBS und Citigroup lehnten Stellungnahmen ab. Die Schweizer Großbank ist ihre Verstrickung in den Libor-Skandal bereits teuer zu stehen gekommen. Vor einem Jahr zahlte die Bank im Rahmen einer Einigung mit den Aufsichtsbehörden in den USA, Großbritanniens und der Schweiz insgesamt 1,5 Milliarden Dollar.

Der Libor - London Interbank Offered Rate - ist einer der wichtigsten Referenzsätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von mehreren Hundert Billionen Dollar ab. Der Zinssatz wird einmal am Tag ermittelt und beruht auf Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten. In den Manipulationsskandal sind weltweit zahlreiche Großbanken verwickelt.

In Europa mussten kürzlich sechs Banken, darunter die Deutsche Bank, Rekordbußen von zusammen 1,7 Milliarden Euro berappen. Behörden in den USA und in Europa verurteilten insgesamt zehn Banken zu Strafzahlungen von zusammen sechs Milliarden Dollar. Sieben Personen wurden im Zusammenhang mit dem Libor-Skandal wegen strafbarer Handlungen angeklagt.

Hayes arbeitete von 2006 bis Ende 2009 für die UBS und wechselte danach zur Citigroup. Die britische Strafverfolgungsbehörde für schwere Betrugsfälle (SFO) hatte Hayes, Farr und Gilmour bereits vor einem Jahr verhaftet und verhört.

mihec/rtr
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