Montag, 20. Mai 2019

Korruptionsverdacht gegen Ilmars Rimsevics Lettlands Zentralbankchef festgenommen

Lettland gehört seit 2014 der europäischen Währungsunion an. Jetzt wurde der Zentralbankchef des baltischen Staates festgenommen

Lettlands Anti-Korruptionsbehörde KNAB hat den Zentralbankchef des baltischen Euro-Landes, Ilmars Rimsevics, vorübergehend festgenommen. Dies teilte das Büro von Regierungschef Maris Kucinskis am Sonntag in Riga mit. Ermittler hatten zuvor Medienberichten zufolge die Privatwohnung und das Büro von Rimsevics durchsucht. Der 52-Jährige sei zudem mehr als sieben Stunden lang von KNAB befragt worden.

"Im Moment haben weder ich noch andere Amtspersonen irgendeinen Grund, in die Arbeit von KNAB einzugreifen. Die Behörde arbeitet professionell und genau", erklärte Kucinskis in einer Mitteilung. "Die Regierung vertraut voll und ganz der Behörde und ist bereit, jede erforderliche Unterstützung zur Verfügung zu stellen." Es gebe "keine Anzeichen für eine Gefahr für das lettische Finanzsystem".

Ein Sprecher der Zentralbank sagte dem lettischen Rundfunk, das oberste Finanzinstitut des Baltenstaats arbeite wie gewohnt. Einzelheiten zu den Ermittlungen gegen Rimsevics und dessen Verbleib seien der Bank nicht bekannt.

Für Montag berief Kucinskis eine Sondersitzung der Regierung in Riga ein. Auch KNAB kündigte eine Pressekonferenz an. Zur Situation im lettischen Bankensektor wird zudem der Nationale Sicherheitsrat zusammentreffen, wie die lettische Präsidialkanzlei mitteilte.

Rimsevics steht seit 2001 an der Spitze der Zentralbank. Seit dem Euro-Beitritt Lettlands 2014 gehört er auch dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) an.

Rei/dpa

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