Landesbank-Quartalszahlen BayernLB vervierfacht Vorsteuergewinn

Die Rechtsanwälte der BayernLB haben mit den gerichtlichen Nachwehen des HGAA-Kaufs weiter gut zu tun. Doch immerhin laufen die Geschäfte der Landesbank besser. Im zweiten Quartal vervierfachte die BayernLB ihren Vorsteuergewinn - und zahlte Finanzhilfen zurück.
Der Steinlöwe gewinnt seine Stärke wieder zurück: Die BayernLB schaffte im 2. Quartal solide Erträge im Kerngeschäft

Der Steinlöwe gewinnt seine Stärke wieder zurück: Die BayernLB schaffte im 2. Quartal solide Erträge im Kerngeschäft

Foto: Getty Images

München - Die BayernLB hat dank besserer Geschäfte und des umstrittenen Verkaufs ihrer Wohnungstochter GBW im zweiten Quartal einen Gewinnsprung verbucht. Der Vorsteuergewinn der Landesbank stieg zwischen April und Juni um mehr als das Vierfache auf 563 Millionen Euro, wie das Geldhaus heute mitteilte.

"Die soliden Erträge aus dem Kerngeschäft im ersten Halbjahr 2013 zeigen, dass das kundenfokussierte Geschäftsmodell der Bank nunmehr nachhaltig gut funktioniert", sagte Bankchef Gerd Häusler. Im ersten Halbjahr summiert sich damit der Gewinn vor Steuern auf fast 720 Millionen Euro, nachdem vor einem Jahr nur 129 Millionen blieben.

Damit kommt die Bank auch bei der Rückzahlung der staatlichen Finanzhilfen voran, zum August überwies die Landesbank weitere 50 Millionen Euro an den Freistaat. Bis 2019 muss die BayernLB nach Vorgaben der EUrund 5 Milliarden Euro erstatten, bis heute hat die Bank davon gut 900 Millionen Euro gezahlt.

"Schließt man die Wiederauffüllung bei den stillen Einlagen des Freistaats Bayern und der bayerischen Sparkassen ein, hat die BayernLB seit November 2012 insgesamt wirtschaftliche Leistungen von 1,6 Milliarden Euro an die Eigentümer erbracht", teilte die Bank weiter mit.

HGAA verklagt BayernLB auf 710 Millionen Euro

Doch der völlig verunglückte Kauf der österreichischen Bank Hypo Group Alpe Adria (HGAA) beschäftigt weiterhin die Gerichte. Nicht nur, dass Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer im Herbst in einem Schadenersatzprozess in München als Zeuge auftritt. Nun haben die Österreicher die BayernLB auf Rückzahlung von rund 710 Millionen Euro verklagt.

Die 42-seitige Anklageschrift sei am Donnerstag beim Landgericht München eingereicht worden, sagte HGAA-Sprecher Nikola Donig am Freitag. Bei dem Streit geht es um die Rückzahlung von Milliardensummen, die die BayernLB der HGAA überwiesen hatte, als diese noch ihr gehörte.

Die Österreicher hatten die Tilgung eingestellt, weil es sich ihrer Meinung nach nicht um Kredite, sondern um Eigenkapital handle, das nicht zurückgezahlt werden müsse. In der Klage fordert die HGAA nun zunächst 710 Millionen von insgesamt 2,3 Milliarden Euro zurück, die bereits als Tilgungs- und Zinszahlungen geflossen waren. 500 Millionen habe die Bank vor fünf Jahren tatsächlich gezahlt, die restlichen 210 Millionen würden sich etwa durch entstandene Zinsen ergeben, sagte Donig.

Die Ansprüche auf die 710 Millionen Euro wären am vergangenen Donnerstag verjährt, deshalb habe man sich zu der Klage entschieden, so der HGAA-Sprecher. Verhandlungen zu einem Verjährungsverzicht mit der ehemaligen Mutter hätten zu keinem Ergebnis geführt: "Das wollte die BayernLB nicht." Die Landesbank hielt auf Anfrage des "Münchner Merkur" dagegen: "Die BayernLB sieht derartige Ansprüche der HGAA grundsätzlich als vollkommen unbegründet an."

Die HGAA wolle im kommenden Jahr erneut eine Klage auf Rückzahlung aller nach München geflossenen Gelder aus dem Jahr 2009 einbringen, sollte man bis dahin zu keiner Einigung gekommen sein, so Donig.

Die BayernLB hatte die ehemalige Kärntner Landesbank 2007 gekauft und 2009 nach Milliardenverlusten zum symbolischen Preis von einem Euro an Österreich zurückgegeben. Dort wurde sie notverstaatlicht. Im vergangenen Dezember reichte die BayernLB beim Landgericht München eine Klage auf vollständige Rückzahlung von 4,6 Milliarden Euro ein.

wed/dpa-afx
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