Staatssekretär wird Top-Banker, will aber nicht nach Frankfurt Asmussen feilscht um Sonderrecht als KfW-Vorstand

Kennt sie eigentlich alle: Jörg Asmussen, Bald-Vorstand der KfW-Bankengruppe, vor drei Jahren, als er noch EZB-Vize war, mit seinem damaligen Chef EZB-Präsident Mario Draghi (rechts), seinem vormaligen Chef, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (im Vordergrund), und IWF-Chefin Christine Lagarde.

Kennt sie eigentlich alle: Jörg Asmussen, Bald-Vorstand der KfW-Bankengruppe, vor drei Jahren, als er noch EZB-Vize war, mit seinem damaligen Chef EZB-Präsident Mario Draghi (rechts), seinem vormaligen Chef, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (im Vordergrund), und IWF-Chefin Christine Lagarde.

Foto: Dimitri Messinis/ AP

Jörg Asmussen ist so etwas wie der Popstar unter den deutschen Finanzpolitikern. Als Staatssekretär unter Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) schraubte er zusammen mit dem damaligen Kanzler-Wirtschaftsmann und aktuellen Bundesbank-Präsidenten Jens Weidmann als Zwei-Mann-Boygroup an Banken- und Euro-Rettungen mit. Effektiv und, für Journalisten besonders wertvoll, nie um eine hilfreiche Einschätzung verlegen.

Danach führte es ihn in das Präsidium der Europäischen Zentralbank in Frankfurt, dann als Staatssekretär in das Arbeitsministerium in Berlin, was wiederum deswegen die Berufsvertreter der Öffentlichkeit interessierte, weil er den Job-Wechsel familiär begründete: Frau und Kinder wohnen in Berlin, Prenzlauer Berg. Asmussen - der moderne Mann.

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Deswegen erregt nun auch sein erneuter Job-Wechsel erhöhtes Interesse. SPD-Mitglied Asmussen soll aus formalen Gründen anfangs erst als Generalbevollmächtiger, dann als Vorstand der staatlichen KfW-Bankengruppe wirken, mit einer Bilanzsumme von 489 Mrd. Euro ein echtes Finanz-Schwergewicht.

Nur sitzen Bank, Vorstand und Mitarbeiter Asmussens (er soll das Vorstandsressort "Internationale Finanzierungen" übernehmen) in Frankfurt und Köln und eben nicht in der Hauptstadt. Was wiederum die Diskussion provozierte, was Asmussen denn nun wirklich wichtiger sei: Beruf - und damit Frankfurt - oder Familie - und damit Berlin.

So schön ist es am Gendarmenmarkt, wo die KfW eine Dependance unterhält.

So schön ist es am Gendarmenmarkt, wo die KfW eine Dependance unterhält.

Foto: AP/dpa

Der 49-jährige Flensburger hätte, menschlich nur zu verständlich, am liebsten beides: Denn natürlich stimmt, dass Asmussen Vorstand der KfW werden will. Nur nach Frankfurt will er nicht. Nach Informationen von manager-magazin.de verhandelt er gerade darum, seinen Dienstsitz in Berlin zu beziehen, wo die KfW am Gendarmenmarkt exquisite Räumlichkeiten beheizt. Am liebsten hätte er das sogar schriftlich, in seinem Dienstvertrag. In der KfW-Zentrale an der Bockenheimer Warte ist man darob verstimmt - Spezial-Sonderrechte für Vorstände mit einem Jahresgehalt von rund 500 000 Euro kommen bei den Staatsbankern schlecht an.

Langsam deutet sich ein Ausgang der Hakelei an. Asmussen soll sich nach Tagen hartnäckigen Gefeilsches inzwischen kompromissbereit zeigen und nicht mehr auf der schriftlichen Bestätigung bestehen, dass er vornehmlich von Berlin aus arbeiten darf. Die Realität aber, so hat er intern deutlich gemacht, solle sich in diese Richtung fügen.

Die KfW lehnte einen Kommentar ab.

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