Finanzstabilitätsrat JPMorgan bleibt weltweit wichtigste Bank

Die globalen Bankenregulierer halten die Bank JPMorgan weiter für das wichtigste Institut für die Stabilität des internationalen Finanzsystems. Die US-Bank muss deshalb einen zusätzlichen Kapitalpuffer vorhalten.
Weltweit die Nummer eins: JPMorgan-Chef James Dimon

Weltweit die Nummer eins: JPMorgan-Chef James Dimon

Foto: MOLLY RILEY/ AFP

Der Finanzstabilitätsrat ("Financial Stability Board"/FSB) hat das größte US-Kreditinstitut JPMorgan Chase in die höchste Kategorie der systemrelevanten Banken der Welt eingestuft, wie die internationale Organisation am Montag mitteilte. Für die Bank bedeutet die Kategorie vier, dass sie einen zusätzlichen Kapitalpuffer von 2,5 Prozent vorhalten muss. JPMorgan galt schon im vergangenen Jahr als das wichtigste Geldhaus für die globale Finanzstabilität.

Schwierige Marktverhältnisse hatten in diesem Jahr auch das von Vorstandschef James "Jamie" Dimon (66) geführte größte amerikanische Geldhaus belastet. So spielt derzeit vor allem das Investmentbanking aufgrund einer geringeren Anzahl an Börsengängen und Wertpapierausgaben sowie das abgeschwächte Anlageverhalten der Aktienanleger deutlich weniger Geld ein. Auch im Privatkundengeschäft konnten zuletzt nicht mehr so hohe Gewinne wie zuvor erzielt werden.

Der FSB überwacht im Auftrag der G20-Staaten die Gefahren für das weltweite Finanzsystem. Er bewertet die Banken nicht nur ihrer Größe nach, sondern auch nach dem Risiko, das in den Geschäften steckt. Auch fällt ins Gewicht, wie vernetzt sie im Finanzsystem sind. Je nach Risiko macht der FSB Mindestvorgaben für einen zusätzlichen Kapitalpuffer. Die nationalen Aufseher können strengere Anforderungen stellen. Der FSB überprüft seine Liste der global systemrelevanten Banken (G-SIB) jährlich.

Einstufung der Deutschen Bank unverändert

Die 30 Banken, die diesmal auf der Liste stehen, sind dieselben wie vor einem Jahr. Seine nächste G-SIB-Liste will der FSB im November 2023 veröffentlichen.

Die Stellung der Deutschen Bank als Geldhaus der Kategorie zwei bleibt unverändert. Für Deutschlands größtes Finanzinstitut gilt wie schon vor einem Jahr ein zusätzlicher Kapitalpuffer von 1,5 Prozent. Die Bedeutung der Bank of America wurde dagegen um eine Stufe erhöht. Für sie gilt jetzt als Bank der Kategorie drei ein zusätzlicher Kapitalpuffer von 2,0 Prozent.

hr/reuters
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