Freitag, 15. November 2019

Auch Citi verdient mehr, Goldman und Wells Fargo mit Einbußen JPMorgan verdient 100 Millionen Dollar - pro Tag

JPMorgan-Chef Jamie Dimon: Überraschend kräftiges Gewinnplus

Brummende Geschäfte mit Anleihen haben der größten US-Bank JPMorgan Chase im dritten Quartal ein überraschend kräftiges Gewinnplus beschert. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 9,1 Milliarden US-Dollar (8,3 Milliarden Euro) und damit rund 8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie das Geldhaus am Dienstag in New York mitteilte.

Damit übertraf die Bank klar die durchschnittlichen Erwartungen von Analysten. Der Kurs der JPMorgan-Aktie Börsen-Chart zeigen legte nach den Nachrichten im vorbörslichen US-Handel um gut ein Prozent zu.


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Den höheren Gewinn verdankte die Bank vor allem deutlich gestiegenen Erträgen aus dem Handel mit Anleihen sowie dem Kreditgeschäft mit Privatkunden. JPMorgan-Chef Jamie Dimon sagte, die Aktivität der Kunden habe im dritten Quartal zugenommen, vor allem das Geschäft mit festverzinslichen Wertpapieren sei gut gelaufen. Insgesamt legten die bereinigten Erträge im Jahresvergleich um gut 8 Prozent auf rund 30,1 Milliarden Dollar zu. Analysten waren im Schnitt von nur 28,5 Milliarden Dollar ausgegangen.

Rückläufige Erträge im Investmentbanking haben derweil Goldman Sachs im dritten Quartal einen Gewinnrückgang eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 1,8 Milliarden US-Dollar (1,6 Milliarden Euro) und damit 27 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie die Investmentbank am Dienstag in New York mitteilte. Der Kurs der Goldman-Aktie gab im vorbörslichen New Yorker Handel um gut ein Prozent nach.

Hauptgrund für Goldmans Gewinnrückgang waren die rückläufigen Einnahmen. Mit 8,3 Milliarden Dollar lagen die Nettoerträge rund sechs Prozent niedriger als ein Jahr zuvor. Vor allem das Investmentbanking und die Investitionen in andere Unternehmen spielten weniger ein - auch wegen Abschreibungen auf Unternehmen wie Uber und Tradeweb. Gestiegene Erträge aus dem Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen konnten den Rückgang nicht ausgleichen.

Die Citigroup hat im dritten Quartal dank Zuwächsen im Investmentbanking und niedrigeren Steuern deutlich mehr verdient. Der Überschuss legte im Jahresvergleich um sechs Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar (4,5 Mrd Euro) zu, wie der Finanzkonzern am Dienstag in New York mitteilte. Bei den Einnahmen - den sogenannten Erträgen - schaffte die Citigroup aber nur ein schmales Plus von einem Prozent auf 18,6 Milliarden Dollar.

Damit wurden die Erwartungen insgesamt zwar übertroffen, Anleger reagierten zunächst dennoch verhalten und ließen die Aktie vorbörslich leicht sinken. Die Großbank profitierte erheblich von einer Steuergutschrift, ohne diesen Sonderfaktor wäre der Gewinn wesentlich geringer gewesen. Ansonsten fielen die Zahlen gemischt aus: Im Investmentbanking stiegen die Erlöse um starke vier Prozent, während das Privatkundengeschäft weitgehend stagnierte.

Der US-Kreditriese Wells Fargo hat wegen hoher Rechtskosten aufgrund seiner Skandale in der Vergangenheit einen Gewinneinbruch im dritten Quartal erlitten. Unter dem Strich sackte das Ergebnis im Jahresvergleich um 26 Prozent auf 4,0 Milliarden Dollar (3,6 Mrd Euro) ab, wie Wells Fargo am Dienstag in San Francisco mitteilte. Die Erträge - die gesamten Einnahmen der Bank - stagnierten bei rund 22,0 Milliarden Dollar.

Die Bilanz wurde stark durch Sonderkosten in Verbindung mit einer früheren Affäre um fingierte Konten und andere dubiose Geschäftspraktiken belastet, die bereits zu zahlreichen Entlassungen sowie Klagen und Strafen geführt hatte. Die Gewinnerwartungen der Wall-Street-Analysten wurden deutlich verfehlt. Anleger reagierten zunächst negativ auf den Quartalsbericht: Wells Fargos Aktien fielen im vorbörslichen US-Handel um 1,5 Prozent.

mg/dpa-afx, rtr

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