Sonntag, 26. Mai 2019

Schrottpapiere JPMorgan bekommt die Quittung - elf Milliarden Dollar

Fanal für die Aufarbeitung der Finanzkrise: Großbank JPMorgan soll für die Folgen riskanter Geschäfte mit Hypothekenverbriefungen zahlen

Vor fünf Jahren platzte die US-Immobilienblase, erst jetzt bekommen manche Banken die volle Rechnung für ihre dubiose Rolle präsentiert. So soll JPMorgan elf Milliarden Dollar zahlen. Aus Sicht der Börse offenbar kein schlechter Deal - die Aktie der Bank legte um 3 Prozent zu.

New York - Fragwürdige Hypothekengeschäfte im Vorfeld der Finanzkrise könnten JPMorgan Chase einen Rekordbetrag kosten. Die größte aller amerikanischen Banken verhandele momentan mit US-Behörden über einen elf Milliarden Dollar (acht Milliarden Euro) schweren Vergleich, berichteten US-Medien am Mittwoch unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Summen, die bisher kursierten, waren deutlich niedriger. Dennoch legte die JPMorgan-Aktie an der New Yorker Börse um 2,7 Prozent zu.

JPMorgan Chase Börsen-Chart zeigen sieht sich seit Monaten Vorwürfen ausgesetzt, Investoren beim Verkauf von Hypothekenpapieren über den Tisch gezogen zu haben. Mehrere Bundesbehörden und die Generalstaatsanwälte einzelner Bundesstaaten ermitteln oder haben bereits Klage eingereicht. Die Bank selbst hatte jüngst ihre Rücklagen für Rechtsstreitigkeiten aufgestockt.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" und der Nachrichtenagentur Bloomberg müsste die Bank nach jetzigem Stand sieben Milliarden Dollar in bar zahlen. Weitere vier Milliarden Dollar entfielen auf finanzielle Erleichterungen, die JPMorgan Chase Verbrauchern gewähren würde. Die Summen könnten sich im Laufe der Verhandlungen aber noch ändern, hieß es einschränkend. Das Wall-Street-Haus selbst äußerte sich nicht dazu.

Unklar ist weiterhin, ob JPMorgan Chase alle Hypotheken-Fälle mit einem einzelnen Vergleich aus der Welt schaffen kann. Es geht im Kern um sogenannte Mortgage Backed Securities. Banken verpacken darin eine Vielzahl an Hauskrediten und verkaufen diese Wertpapiere anschließend an Investoren. Diese versprechen durch die monatlichen Zins- und Tilgungszahlungen satte Renditen. Sie tragen allerdings auch das Risiko, falls die Kreditnehmer nicht zahlen. Genau das geschah in der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Der Vorwurf an viele Wall-Street-Banken lautet, dass sie die Investoren im Unklaren darüber gelassen haben, dass in den Hypothekenpapieren von Anfang an massenhaft wackelige Kredite steckten - entweder bewusst oder durch eine schludrige Überprüfung der Schuldner.

In einem ähnlich gelagerten Fall entschädigt die Citigroup Börsen-Chart zeigen den staatlich kontrollierten US-Hausfinanzierer Freddie Mac Börsen-Chart zeigen für problematische Hypotheken. Die Großbank überweist dazu 395 Millionen Dollar (292 Millionen Euro), wie sie am Mittwoch (Ortszeit) in New York mitteilte. Freddie Mac kauft Banken deren Hypotheken ab, wodurch die Institute neue Kredite vergeben können.

Die US-Regierung geht gegen mehrere Finanzinstitute vor, um diese zur Rechenschaft zu ziehen und an den Kosten der Krise zu beteiligen. Erst am Dienstag reichte die Regulierungsbehörde National Credit Union Administration in diesem Zusammenhang Anklage gegen JPMorgan, Morgan Stanley Börsen-Chart zeigen sowie sieben weitere Institute ein. Bislang war wegen der Hypothekengeschäft vor allem die Bank of America Börsen-Chart zeigen in die Schusslinie geraten. In jüngerer Zeit rückte aber immer mehr JPMorgan Chase ins Visier der Behörden.

Das einstige Vorzeigeinstitut kämpft an vielen Fronten. Wegen überhöhter Kreditkarten-Rechnungen zahlte JPMorgan eine Strafe von 80 Millionen Dollar, wegen der mutmaßlichen Manipulation des US-Strommarkts waren es 410 Millionen Dollar und wegen des Spekulationsdesasters um einen Derivatehändler mit Spitznamen "Wal von London" 920 Millionen Dollar. Auch im Skandal um die Manipulation des Referenzzinssatzes Libor wird gegen JPMorgan ermittelt.

nis/dpa-afx/rtr

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