Sonntag, 20. Oktober 2019

Rekordgewinn von 31 Milliarden Dollar JP Morgan verdient in fünf Tagen so viel wie die Deutsche Bank in einem Jahr

JP Morgan Chef Jamie Dimon: 7 Milliarden Dollar Gewinn im vierten Quartal

Die größte US-Bank JP Morgan Börsen-Chart zeigen hat 2018 dank guter Geschäfte an den Finanzmärkten und niedrigerer Steuern so viel verdient wie noch nie. Der Gewinn stieg um 36 Prozent auf fast 31 Milliarden Dollar, wie die Bank am Dienstag in New York mitteilte. "2018 war einmal mehr ein starkes Jahr für die Bank mit einem Rekord bei den Erträgen und beim Gewinn", sagte Bankchef Jamie Dimon. Selbst ohne die Effekte der von US-Präsident Donald Trump initiierten Steuerreform hätte es demnach einen Rekordgewinn gegeben. Die Aktie gab dennoch deutlich nach, da Anleger einen noch höheren Gewinn erwartet hatten.

Die Zahlen verdeutlichen beispielhaft, wie weit die US-Banken bis auf wenige Ausnahmen der internationalen Konkurrenz enteilt sind. Gerade für die Deutsche Bank Börsen-Chart zeigen ist der Vergleich schmerzlich. Bei der Deutschen Bank erwarten die Analysten derzeit im Schnitt gerade mal einen Überschuss von zirka 400 Millionen Euro - so viel Geld hat JP Morgan im vergangenen Jahr an gerade mal fünf Arbeitstagen verdient. Mit ihrem Jahresgewinn von 31 Milliarden Dollar könnte JP Morgan die Deutsche Bank, deren Börsenwert bei rund 16 Milliarden Dollar liegt, gleich zweimal kaufen.

Dabei hatte die mit einem Börsenwert von deutlich mehr als 300 Milliarden Dollar teuerste Bank der Welt zuletzt sogar beim Handel mit Anleihen, Währungen und Rohstoffen mit Problemen zu kämpfen. In dieser Sparte fiel das Geschäft im letzten Jahresviertel so schwach aus wie seit der Finanzkrise nicht. Deshalb blieben die Zahlen für das Gesamtjahr trotz des Rekords noch hinter den Erwartungen vieler Experten zurück.

Schwacher Anleihehandel ist schlechtes Omen für Deutsche Bank

Für die beim Handel mit festverzinslichen Wertpapieren ebenfalls traditionell stark vertretene Deutsche Bank, die ihre Jahresbilanz Anfang Februar veröffentlicht, ist das kein gutes Vorzeichen. Es wird zudem erwartet, dass auch Goldman Sachs Börsen-Chart zeigen, Morgan Stanley und die Bank of America unter dem jüngsten Hin und Her an den Börsen gelitten haben. Die drei Institute lassen die Anleger in den nächsten Tagen in ihre Bücher schauen.

JP Morgan musste im Herbst im Anleihenhandel ein Minus von 18 Prozent hinnehmen. Bei der Citigroup hatten der Rückgang sogar bei mehr als einem Fünftel gelegen.

Wells Fargo mit 6 Milliarden Dollar Gewinn im vierten Quartal

Nach den Dickschiffen JPMorgan und Citigroup hat auch die in San Francisco ansässige US-Bank Wells Fargo Börsen-Chart zeigen im Schlussquartal 2018 einen Milliardengewinn eingefahren. Wie das Institut am Dienstag mitteilte, lag der Gewinn im vierten Quartal bei 6,1 Milliarden Dollar und damit rund 100 Millionen Dollar unter dem Ergebnis des Vorjahres. Im Gesamtjahr legte das Ergebnis leicht von 22,2 auf 22,4 Milliarden Dollar zu, die Einnahmen sanken allerdings um zwei auf 86,4 Milliarden Dollar.

la/dpa-afx/reuters

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