Weniger Rückstellungen JP Morgan überrascht mit 9,44 Milliarden Dollar Gewinn

Analysten hatten mit einem Einbruch gerechnet, doch die US-Bank JP Morgan hat ihren Gewinn gesteigert. Sie stellte weniger Geld für faule Kredite zurück, zudem liefen die Geschäfte im Aktien- und Anleihenhandel gut.
JP-Morgan-Chef CEO Jamie Dimon überrascht die Analysten mit den Zahlen zum dritten Quartal

JP-Morgan-Chef CEO Jamie Dimon überrascht die Analysten mit den Zahlen zum dritten Quartal

Foto: Dylan Martinez/ REUTERS

Die US-Bank JP Morgan hat ihren Gewinn im dritten Quartal trotz der Corona-Krise überraschend gesteigert. Unter dem Strich verdiente das größte amerikanische Geldhaus mit 9,44 Milliarden Dollar vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Bank am Dienstag mit. Analysten hatten mit einem Gewinneinbruch gerechnet.

JP Morgan profitierte von unerwartet guten Geschäften im Aktien- und Anleihenhandel, gleichzeitig musste das Institut deutlich weniger Rücklagen bilden für ausfallgefährdete Kredite. Dabei hatte die Bank erst Ende September in einem Vergleich mit der US-Finanzaufsicht 920 Millionen Dollar wegen vorgetäuschter Kaufaufträge zahlen müssen. Ob die Bank die höchste Strafe in der Geschichte der Aufsicht noch im dritten Quartal verbucht wurde, ist unklar.

"Das Investmentbanking ist nach wie vor eine wichtige Triebfeder für unsere Bank", sagte Vorstandschef Jamie Dimon (64). Kunden hatten über den Sommer mehr Beratungsbedarf, sie gaben mehr Anleihen heraus und fragten Finanzprodukte zur Absicherung ihrer Portfolien nach.

Erträge im Aktien und Anleihenhandel kletterten um 30 Prozent

Zudem florierte der Handel an den weltweiten Börsen. Die Erträge im Aktien- und Anleihehandel legten je rund 30 Prozent zu. Dagegen gingen die Zinserträge zurück. Die US-Notenbank Fed hatte zur Bekämpfung der Wirtschaftskrise die Leitzinsen gesenkt. Ingesamt lagen die Erträge von JP Morgan im dritten Quartal mit 29,9 Milliarden Dollar in etwa auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Für faule Kredite bildete JP Morgan eine Risikovorsorge von 611 Millionen Dollar, fast eine Milliarde weniger als im dritten Quartal 2019. Im ersten Halbjahr hatte das Institut - wie andere Banken auch - die Risikovorsorge noch massiv aufgestockt, um drohende Kreditausfälle in Folge der Corona-Krise abzudecken.

Die Aussichten für Banken in den USA bleiben jedoch mau. Das Corona-Virus grassiert nach wie vor und die Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie setzen der Konjunktur zu. Im Tagesverlauf berichtet auch die US-Großbank Citi über den Verlauf des dritten Quartals.

Reuters/rei