Samstag, 20. Juli 2019

US-Bank in Spendierlaune Warum JPMorgan die Gehälter für 18.000 Banker erhöht

JP-Morgan-Chef Dimon: Mitarbeiter sollen am Wirtschaftswachstum teilhaben

Zu den Aufgaben der PR-Strategen großer Banken gehört es, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, wie sie es mit den Themen und den Köpfen ihrer Institute in die wichtigen Medien schaffen. Jamie Dimon, Chef der US-Bank JP Morgan Chase, hat nun vorgemacht, wie es geht: Man beschließe eine Gehaltserhöhung für Tausende Mitarbeiter und bette diese in die gesamtwirtschaftliche Situation sowie die wirtschaftlichen Lage von Millionen durchschnittlichen Arbeitskräften ein - und schon räumt die prominenteste Zeitung des Landes Platz frei für einen Gastbeitrag.

So geschehen in der "New York Times", in der Dimon die Pläne seines Hauses wortreich darlegen durfte. In dem Namensbeitrag sinniert der Bankchef zunächst über stagnierende Löhne und Ungleichheiten bei der Gehalts- und Chancenverteilung in den USA. Um dann auf den Punkt zu kommen: JP Morgan habe beschlossen, in den kommenden Jahren die Gehälter von 18.000 Mitarbeitern zu erhöhen.

Dabei geht es laut Dimon um einfache Angestellte, deren Bezahlung sich auf niedrigstem Niveau bewegt. JP Morgan zahle gegenwärtig einen Mindestlohn von 10,15 Dollar pro Stunde, so der Bankchef. Für besagte 18.000 Angestellten der Bank solle dieser in den kommenden drei Jahren auf zwölf bis 16,50 Dollar steigen.

Lohnsteigerungen seien der richtige Weg, schreibt Dimon. Die Löhne zu vieler Amerikaner hätten sich zu lange ins Nirgendwo bewegt. Nun sollten jedoch mehr Leute am Wirtschaftswachstum partizipieren.

Die Entscheidung von JP Morgan ist nur eines von verschiedenen Zeichen für die verbesserte Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt. Auch andere große Arbeitgeber wie beispielsweise der Einzelhandelsriese Wal-Mart hatten zuletzt Lohnerhöhungen verkündet.

Am Montag gab zudem Starbucks bekannt, mehr als 100.000 Mitarbeiter in den rund 7600 Filialen der Kaffeehaus-Kette würden Erhöhungen um mindestens 5 Prozent erhalten, berichtet CNN.

JP-Morgan-Chef Dimon indes versteht sich nicht nur auf professionelle PR-Arbeit. Auch mit Gehaltssteigerungen kennt sich der Topmanager bestens aus. Dimons eigenes Salär stieg im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 27 Millionen Dollar, so CNN.

Christoph Rottwilm auf Twitter

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