JP-Morgan-Chef 31,5 Millionen Dollar im Jahr - Jamie Dimon verdient vergleichsweise bescheiden

Trotz glänzender Geschäftszahlen bekommt JP-Morgan-Chef Jamie Dimon für 2020 die gleiche Vergütung wie für 2019: immerhin 31,5 Millionen Dollar. Verglichen mit anderen US-Topverdienern allerdings eine beinahe bescheidene Summe.
Schon wieder 31,5 Millionen: JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hat ein glänzendes Jahr hinter sich

Schon wieder 31,5 Millionen: JP-Morgan-Chef Jamie Dimon hat ein glänzendes Jahr hinter sich

Foto: MARIO TAMA/ AFP

Das hatte sich Jamie Dimon (64) vielleicht anders vorgestellt: Mit der US-Bank JP Morgan legte er als CEO ein glänzendes Geschäftsjahr 2020 hin und steigerte den Nettogewinn um 40 Prozent auf den Rekordwert von 12,1 Milliarden Dollar. Doch für eine Gehaltserhöhung reicht es dennoch nicht. Dimon erhält für 2020 eine Gesamtvergütung von 31,5 Millionen Dollar, wie die "Financial Times " berichtet. Das ist der gleiche Betrag, der ihm auch im Vorjahr zugewiesen worden war.

JP Morgan hatte 2020 vor allem im Handel mit Aktien, Anleihen und Rohstoffen gut verdient. Zuwächse im Investmentbanking machten zudem Einbußen im Privatkundengeschäft wett, wie das Geldhaus vor wenigen Tagen berichtet hatte. Auch im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der Vorstandvergütung am Donnerstag dieser Woche betonte die Bank laut "FT" die starken Ergebnisse, die im vergangenen Jahr trotz der Herausforderungen der Covid-19-Pandemie erzielt worden seien.

Allerdings hatte das Institut seine Führungskräfte bereits zuvor gewarnt, dass die Boni in diesen Zeiten nicht allzu üppig ausfallen würden. Offenbar gibt es Bedenken, es könnte in der Öffentlichkeit nicht gut ankommen, wenn Banker übermäßige Vergütungen einstreichen, während viele Normalbürger angesichts der Corona-Krise in Not geraten.

Ohnehin nimmt sich das Gehalt des JP-Morgan-Chefs beinahe bescheiden aus, verglichen mit anderen Großverdienern in der US-Wirtschaft, und vor dem Hintergrund der starken Geschäftszahlen des Geldhauses. Für 2020 wurden von anderen US-CEOs bislang zwar kaum Vergütungen veröffentlicht. Ein Blick auf die Gehaltslandschaft insgesamt zeigt jedoch: Jamie Dimon ist mit seinen 31,5 Millionen Dollar pro Jahr keineswegs eine Ausnahmeerscheinung - eher im Gegenteil. Auf einem Ranking der US-Gewerkschaft AFL-CIO aus dem vergangenen Jahr etwa rangiert er mit seinen 31,5 Millionen Dollar lediglich auf Platz 28 . Zum Vergleich: Hierzulande lag einer Aufstellung von Statista zufolge  zuletzt Volkswagen-Chef Herbert Diess (62) ganz vorne unter den Dax-Chefs mit einer Gesamtvergütung von 9,8 Millionen Euro (umgerechnet 11,9 Millionen Dollar) im Jahr 2019.

Ausnahmevergütung für Elon Musk

Für Schlagzeilen sorgte in den vergangenen Jahren vor allem der Vergütungsplan, den Tesla-Chef Elon Musk (49) mit den Verantwortlichen seines Unternehmens vereinbart hat, und der ihm, weil er stark an den Unternehmenserfolg und die Entwicklung des Börsenwertes von Tesla gekoppelt ist, angesichts der enormen Performance der Tesla-Aktie in den vergangenen Jahren astronomische Summen beschert. Für 2019 führte Musk beispielsweise das Gehaltsranking des Finanzinformationsdienstes Bloomberg für US-amerikanische CEOs an, mit einer Gesamtvergütung von 595 Millionen Dollar . Wohlgemerkt: In jenem Jahr war Tesla von einem Jahresgewinn noch ein Stück entfernt, lediglich in einzelnen Quartalen landete der Elektroautobauer in den schwarzen Zahlen.

Angesichts des anhaltenden Höhenflugs der Tesla-Aktie auch im vergangenen Jahr dürfte Musk für 2020 erneut groß abkassieren. Bereits Mitte des Jahres wurde bekannt, dass ihm das Erreichen eines weiteren Meilensteins im Vergütungsplan ein Paket von Aktienoptionen im Wert von seinerzeit etwa 700 Millionen Dollar eingebracht hatte.

Einer von wenigen US-CEOs, deren Vergütung für das Geschäftsjahr 2020 neben jener von Jamie Dimon ebenfalls bereits bekannt ist, ist Patrick Gelsinger (59), bislang Chef des Software-Unternehmens VMware und künftig CEO von Intel. Bei VMware verdiente Gelsinger im Geschäftsjahr 2020, das bereits Mitte des Kalenderjahres 2020 endete, 43 Millionen Dollar. Dabei erzielte VMware in jenem Jahr mit 6,4 Milliarden Dollar lediglich etwas mehr als die Hälfte des Gewinns , den JP Morgan vor wenigen Tagen bekannt gab.

Bemerkenswert: Ab 15. Februar dieses Jahres soll Gelsinger den Chefposten bei Intel vom bisherigen CEO Bob Swan (60) übernehmen. Swan wiederum rangierte auf Gehaltsranking US-amerikanischer CEOs - etwa jenem der Gewerkschaft AFL-CIO  - zuletzt ebenfalls sehr weit vorne. Und auch Gelsinger wird sich finanziell in seinem neuen Job kaum verschlechtern. US-Medien zufolge  sieht der Vergütungsplan, den er mit Intel vereinbart hat, vor, dass er dort auf bis zu 116 Millionen Dollar pro Jahr kommen kann, inklusive 100 Millionen Dollar an Aktienoptionen.

Seine Geschäftszahlen für 2020 gab Intel am heutigen Donnerstag bekannt. Demnach profitierte der Chiphersteller von der Corona-Krise und dem Homeoffice-Boom und konnte die Erwartungen von Analysten daher übertreffen. Insgesamt erzielte Intel 2020 einen Nettogewinn von rund 21 Milliarden Dollar  - und damit immerhin deutlich mehr als Jamie Dimons JP Morgan.

cr
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