Dienstag, 28. Januar 2020

Rekordgewinn bei US-Banken JPMorgan und Citi scheffeln Milliarden, Wells Fargo enttäuscht

Kann zufrieden sein: Jamie Dimon, Chef von JPMorgan Chase

Bei JP Morgan Chase Börsen-Chart zeigen klingeln die Kassen. Der Nettogewinn legte im vierten Quartal um 21 Prozent auf 8,52 Milliarden Dollar oder 2,57 Dollar pro Aktie zu, teilte die größte Bank der USA am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt 2,35 Dollar erwartet. Das war ebenso ein Rekord wie der Gesamtjahresgewinn von 36,4 Milliarden Dollar. Aktien von JP Morgan Börsen-Chart zeigen gewannen am Nachmittag rund 1,60 Prozent auf rund 140 US-Dollar.

Zum Vergleich: Bei der unter hohen Restrukturierungkosten und schwachem Geschäft leidenden Deutschen Bank rechnen Analysten im Schnitt mit einem Verlust von 2,37 Euro.

Die Bank habe von der Stabilisierung des weltweiten Wachstums und der guten Stimmung der Verbraucher profitiert, sagte Vorstandschef Jamie Dimon. Im Investmentbanking konnte JP Morgan nach einem schwachen Vorjahresquartal im Schlussquartal starke Zuwächse verbuchen, der Gewinn schoss um 48 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar in die Höhe. Vor allem der Anleihehandel brummte, die Erträge mit festverzinslichen Papieren sprangen um 86 Prozent. Im Vorjahresquartal hatte dieser Bereich noch unter Turbulenzen an den Finanzmärkten gelitten.


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Auch für die Deutsche Bank bleibt der Anleihehandel trotz ihres Schrumpfkurses in diesem Bereich ein wichtiger Ertragsbringer. Doch gerade die US-Banken jagen ihren europäischen Rivalen Marktanteile ab. Wie die Deutsche Bank sich geschlagen hat, erfahren Anleger bei der Bilanzvorlage am 30. Januar.

Im Privatkundegeschäft von JP Morgan kletterte der Gewinn um 5 Prozent auf 4,2 Milliarden Dollar. Die Kunden zuckten im Weihnachtsgeschäft öfter die Kreditkarte und nahmen auch mehr Autokredite auf.

Auch Citigroup steigert Gewinn auf 19,4 Milliarden Dollar

Die Konsumfreude der Amerikaner lässt auch die Kassen bei der Citigroup Börsen-Chart zeigen klingeln. Die US-Bank profitierte im vergangenen Jahr von Zuwächsen im Kreditkarten- und Verbraucherkreditgeschäft und steigerte ihren Gewinn im Vergleich zu 2018 um acht Prozent auf 19,4 Milliarden Dollar, wie das Institut am Dienstag mitteilte.

Auch im Investmentbanking, der zweiten großen Sparte der Bank, liefen die Geschäfte rund. Insgesamt legten die Erträge um zwei Prozent auf 74,3 Milliarden Dollar zu. Die Citi-Aktien stiegen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um ein Prozent.

Gewinn von Wells Fargo bricht um fast die Hälfte ein im vierten Quartal

Die Ergebnisse von JPMorgan leiten die Gewinnsaison für die US-Banken ein und werden weithin als Barometer für den Zustand der Wirtschaft angesehen. Deutlich schlechter lief es bei Wells Fargo, niedrigere Zinsen und die Skandale der vergangenen Jahre belasteten den US-Kreditriesen.

Im vierten Quartal brach der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um mehr als die Hälfte auf 2,9 Milliarden US-Dollar (2,6 Milliarden Euro) ein, teilte die Bank ebenfalls am Dienstag mit.

Die Quartalsbilanz litt unter Rückstellungen von 1,5 Milliarden Dollar, mit denen sich Wells Fargo für Konsequenzen andauernder Rechtskonflikte wappnet. Erschwerend kamen für Wells Fargo zuletzt deutlich geringere Erträge wegen niedrigerer Zinsen hinzu.

Für das gesamte Jahr wies die Bank einen Nettogewinn von 19,5 Milliarden Dollar aus - rund 12,7 Prozent weniger als 2018. Analysten hatten mit besseren Zahlen gerechnet, die Aktie geriet vorbörslich zunächst deutlich ins Minus.

Die US-Großbank leidet schon länger unter hohen Sonderkosten wegen einer früheren Affäre um fingierte Konten und andere dubiose Geschäftspraktiken, die auch schon zahlreiche Entlassungen sowie Klagen und Strafen nach sich zog.

rei/Reuters/dpa

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