Erste Chefin von US-Großbank Jane Fraser soll Citigroup führen

Erstmals wird eine große Wall-Street-Bank von einer Frau geführt. Die Citigroup hat ihre Topmanagerin Jane Fraser zur Nachfolgerin des zurückgetretenen Chefs Michael Corbat ernannt.
Jane Fraser (2019 als Lateinamerikachefin der Citigroup)

Jane Fraser (2019 als Lateinamerikachefin der Citigroup)

Foto: Bloomberg / Bloomberg via Getty Images

Der Chef der US-Großbank Citigroup, Michael Corbat, hat seinen Rücktritt eingereicht. Der 60-Jährige wird den Spitzenposten im Februar 2021 abgeben, wie das Unternehmen am Donnerstag in New York mitteilte. Seine Nachfolge soll die Citi-Top-Managerin Jane Fraser (53) antreten, die bereits seit 2019 das Privatkundengeschäft der Bank leitet. Damit wird erstmals eine Frau die Führung bei einer der großen US-Banken übernehmen.

Die gebürtige Schottin Fraser wurde bereits mit sofortiger Wirkung in den Verwaltungsrat berufen, der dem Vorstand übergeordnet ist. Sie ist seit 16 Jahren für die Citigroup tätig, unter anderem führte sie das Privat- und Firmenkundengeschäft in den USA sowie die Hypothekentochter CitiMortgage.

Von 2007 bis 2009 war sie für Fusionen und Übernahmen der Citi zuständig. Während manche Rivalen in der Finanzkrise durch die Notübernahme strauchelnder Konkurrenten kräftig wuchsen, musste sich die mit 45 Milliarden Dollar Staatskapital gerettete Citi in dieser Phase jedoch verkleinern, unter anderem durch den Verkauf der Vermögensverwaltung Smith Barney. 2009 wechselte Jane Fraser an die Spitze der Citi Private Bank und schuf dort die Provisionen für den Verkauf von Anlageprodukten ab, um das Vertrauen vermögender Kunden zurückzugewinnen.

Vor dem aktuellen Job führte Fraser das Lateinamerikageschäft einschließlich der mexikanischen Tochter Citibanamex. Sie gilt als aufstrebender Star an der Wall Street. Im vergangenen Jahr wurde sie auch als Kandidatin für den Vorstandsvorsitz des Wettbewerbers Wells Fargo gehandelt, der dann jedoch mit J.P.-Morgan-Veteran Charles Scharf besetzt wurde.

Ihr Vorgänger Corbat ist insgesamt seit 37 Jahren bei dem Finanzkonzern, zum Vorstandschef war er vor rund acht Jahren befördert worden. Anleger reagierten verhalten auf den angekündigten Spitzenwechsel. Die Aktien der Citigroup reagierten vorbörslich zunächst mit leichten Kursabschlägen, hielten sich aber im Plus.

ak/dpa-afx
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