Donnerstag, 14. November 2019

Jamie Dimon nach der Krebstherapie "Die Leute sollen sagen: Wir werden den Dreckskerl vermissen!"

Für das "Wall Street Journal" ist er "charakteristisch unverblümt": JPMorgan-Chef Jamie Dimon
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Für das "Wall Street Journal" ist er "charakteristisch unverblümt": JPMorgan-Chef Jamie Dimon

Im Juli hatte Jamie Dimon, Chef der US-Großbank JP Morgan, die Branche mit seiner Krebsdiagnose geschockt. Nach erfolgreicher Therapie steht er nun wieder im Rampenlicht - und gibt sich kämpferisch.

Hamburg - In den USA ist Jamie Dimon bekannt für klare Worte : "Charakteristisch unverblümt" nennt das "Wall Street Journal" den Chef von JPMorgan Börsen-Chart zeigen, der nach Assets größten Bank der USA. Auch nach einer überstandenen Chemo- und Strahlentherapie hat Dimon diesen Charakterzug nicht verloren: "Schreibt keine E-Mails, wenn ihr getrunken habt", gab der mächtigste Banker der USA seinen Zuhörern bei einer New Yorker Konferenz Anfang der Woche mit auf den Weg.

Der Krebs habe seine Perspektive auf das Leben nicht verändert, sagte Dimon während seines Vortrags. Er wisse nach wie vor, was er wolle - nämlich weiterarbeiten. "Ich liebe immer noch, was ich tue, und ich habe immer noch etwas zu tun, ich möchte die Welt immer noch besser machen", sagte er laut Bloomberg. Dazu mache er nun einen Schritt nach dem anderen.

Die Krankheit selbst sei "furchteinflößend" gewesen, sagte Dimon, "man fühlt sich schlechter und schlechter und schlechter, sowohl emotional wie auch körperlich." Im Juli hatte er bekanntgegeben, an Kehlkopfkrebs erkrankt zu sein. Schon damals hieß es allerdings, der Tumor sei in einem sehr frühen Stadium entdeckt worden, die Heilungschancen seien gut.

Trotz seiner Ankündigung, noch weiter arbeiten zu wollen, habe er sich jedoch auch gefragt, was er nach einem Abschied von JPMorgan mit seinem Leben anfangen könne. Nach seiner Bankkarriere wolle er für wohltätige Zwecke tätig werden und unterrichten - ein paar Geschäfte würde er aber immer noch machen. Insider hatten vor einiger Zeit bereits berichtet, der 58-Jährige wolle die Bank noch fünf Jahre lang leiten.

Wenn er dann aber doch irgendwann einmal gehe, sagte Dimon in New York, habe er nur einen Wunsch: "Die Leute sollen sagen: Wir werden den Dreckskerl vermissen!"

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