Verstöße gegen US-Sanktionen Commerzbank soll 650 Millionen Dollar Strafe zahlen

Insidern zufolge steht die Commerzbank kurz vor einer Einigung mit US-Behörden im Streit um verbotene Iran-Geschäfte: Das Geldhaus soll demnach 650 Millionen Dollar Strafe zahlen.
Coba-Zentrale: Die Vereinbarung soll noch im September bekannt gegeben werden

Coba-Zentrale: Die Vereinbarung soll noch im September bekannt gegeben werden

Foto: RALPH ORLOWSKI/ REUTERS

New York - Die Commerzbank  steht Reuters-Informationen zufolge kurz vor einer Einigung mit den US-Behörden im Streit über Sanktionsverstöße. Das Geldhaus werde voraussichtlich eine Buße von rund 650 Millionen Dollar (494 Millionen Euro) zahlen, damit die Ermittlungen beendet werden, sagten mit der Angelegenheit vertraute Personen. Davon sollten rund 300 Millionen Dollar an den New Yorker Bankenregulierer Benjamin Lawsky gehen, ergänzte ein Insider.

Die Vereinbarung könne bereits nächste Woche öffentlich gemacht werden. Wahrscheinlicher sei allerdings eine spätere Bekanntgabe im laufenden Monat. Eine Banksprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Zuletzt war über Strafen bi zu 800 Millionen Dollar spekuliert worden.

Die USA verdächtigen das Frankfurter Geldhaus - neben vielen anderen Instituten - vor allem gegen die von ihnen gegen den Iran verhängten Sanktionen verstoßen zu haben. Unter anderem geht es um Geschäfte der Commerzbank für die staatliche iranische Reederei IRISL. Die USA werfen dem Unternehmen vor, die Verbreitung mutmaßlicher Massenvernichtungswaffen unterstützt zu haben. Die Commerzbank habe gewusst, dass IRISL mit Sanktionen belegt worden sei. Es geht zumeist um Transaktionen aus den Jahren 2002 bis 2007.

Die Commerzbank verhandelt in der Angelegenheit mit dem Justizministerium, dem Finanzministerium, der Notenbank Fed und der Staatsanwaltschaft im New Yorker Stadtteil Manhattan. Die Ermittlungen laufen schon seit 2010. Die Behörden lehnten Stellungnahmen ab.

In den vergangenen fünf Jahren hatten sich mehr als ein halbes Dutzend ausländischer Banken mit den US-Behörden wegen Sanktionsverstößen verglichen. Die französische BNP Paribas  stimmte zuletzt einer Rekordstrafe von 8,9 Milliarden Dollar zu.

ts/rtr