Verkauf abgeschlossen Die HSH Nordbank ist Geschichte

Die HSH Nordbank wird als erste deutsche Landesbank privatisiert. Mit der am Mittwoch unterzeichneten Vereinbarung treten die Kaufverträge in Kraft. Durch eine verantwortungslose Expansionsstrategie und viele Fehler war die Bank für Hamburg und Schleswig-Holstein zum Milliardengrab geworden.
HSH Nordbank: Verkauft und künftig mit neuem Namen

HSH Nordbank: Verkauft und künftig mit neuem Namen

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Die HSH Nordbank ist seit Mittwoch Geschichte. Zehn Monate nach dem Abschluss der Kaufverträge unterzeichneten die Vertragspartner in einem Hamburger Notariat die so genannte "Closing"-Vereinbarung. Darin ist festgehalten, dass verschiedene Bedingungen für den Verkauf erfüllt sind und die Kaufverträge damit in Kraft treten.

Die Bank geht für einen Kaufpreis von einer Milliarde Euro an US-amerikanische Investmentfonds unter der Führung der Firma Cerberus und des Investors Christopher C. Flowers.

"Das Geld ist da", sagte der Hamburger Finanzsenator Andreas Dressel (SPD), der gemeinsam mit seiner Kieler Kollegin Monika Heinold (Grüne) über den Abschluss informierte. Wegen hoher Belastungen für die Länderhaushalte sei es "wahrlich kein Tag zum Jubeln, aber doch ein Tag der Erleichterung", so Dressel.

Kollegin Heinold stellte noch einmal klar: "Durch eine verantwortungslose Expansionsstrategie und eine lange Kette von Fehlern ist aus einer kleinen Landesbank ein Milliardengrab geworden." Die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein haben durch die Finanzspekulationen der Bank und die Rettung durch öffentliche Mittel gemeinsam einen zweistelligen Milliardenbetrag aufbringen müssen.

Die Bank erhält nun einen neuen Namen und wird künftig Hamburg Commercial Bank heißen. Der Aufsichtsrat wird ausgewechselt; den Vorsitz übernimmt der spanische Banker Juan Rodriguez Inciarte. Der Hamburger Sitz der Bank am Gerhart-Hauptmann-Platz wird zunächst beibehalten.

Eigner planen radikalen Umbau und kräftige Einschnitte

Die HSH Nordbank ist damit die erste deutsche Landesbank, die privatisiert wird. Und sie soll weiter schrumpfen. Nach Informationen von manager magazin soll die Zahl der Beschäftigten um fast 40 Prozent auf unter 1000 sinken. Durch einen zeitgleichen Abbau von Sachkosten soll der Verwaltungsaufwand bis spätestens Ende 2021 von heute rund 460 Millionen Euro jährlich auf insgesamt nur noch 300 Millionen Euro sinken - ein Rückgang von 35 Prozent.


Lesen Sie die Geschichte "Der Höllenritt"zum Generalumbau der HSH Nordbank auf mm premium.


Die HSH Nordbank war im Juni 2003 aus den Landesbanken in Hamburg und Kiel entstanden und hat somit gut 15 Jahre lang existiert. In dieser Zeit geriet sie in die Finanzkrise und verschiedene andere Skandale und musste mehrfach mit Steuergeld gerettet werden. Am Ende verfügte die EU-Kommission den Verkauf oder die Abwicklung der Bank.

rei/dpa/Reuters