Gewinn bricht um 90 Prozent ein Brexit belastet Großbank HSBC schwer

Der Brexit und der Konzernumbau haben die britische Großbank HSBC zum Jahresende tief in die roten Zahlen gedrückt. Auf Jahressicht betrug der Gewinn nur noch rund ein Zehntel des Vorjahrs.
HSBC: Enorme Abschreibungen im letzten Quartal

HSBC: Enorme Abschreibungen im letzten Quartal

Foto: DPA
Fotostrecke

Mehr Wall Street, weniger Zeil: So stehen die Sparten der Deutschen Bank da

Foto: REUTERS

In den letzten drei Monaten hat die britische Großbank HSBC  (Hong Kong and Shanghai Banking Corporation) einen Verlust von 4,44 Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) angehäuft, teilte die Bank am Dienstag in London mit. Die Sonderbelastungen summierten sich dabei auf mehr als sechs Milliarden Dollar - so schrieb die britische Großbank zum Beispiel wegen der Folgen des Brexit alleine 2,4 Milliarden Dollar auf das Geschäft in Europa ab.

Der Konzernumbau, mit dem die Kosten langfristig weiter gedrückt werden sollen, belastete das Ergebnis zwischen Oktober und Ende Dezember mit rund einer Milliarde Dollar. Die Bank musste bereits im dritten Quartal einen Verlust hinnehmen.

Über das gesamte Jahr gesehen konnte die HSBC aber noch einen Überschuss von 1,3 Milliarden Dollar ins Ziel retten. 2015 waren es allerdings noch 12,6 Milliarden Dollar. Bereinigt um Sonderkosten und vor Steuern fiel der Gewinn mit 19,3 Milliarden Dollar praktisch so hoch aus wie im Vorjahr.

Bye bye London - der Exodus der Banker beginnt

Dank des Verkaufs von Sparten und einer Verringerung der Risiken war zudem die Kapitalausstattung Ende 2016 deutlich besser als das Jahr davor. Die Bank schüttet daher weiter hohe Gewinnbeteiligungen an die Aktionäre aus und will zudem den Aktienrückkauf forcieren. In den ersten Hälfte des Jahres sollen eigene Anteile für eine weitere Milliarde Dollar zurückgekauft werden. Zudem sollen die Einsparungen etwas höher ausfallen als bislang angekündigt.

An der Börse halfen die Ankündigungen aber zunächst nichts. In Hongkong verlor die Aktie nach der Ankündigung deutlich an Boden und verlor zuletzt mehr als drei Prozent. Das HSBC-Papier  gehörte in den vergangenen Monaten allerdings auch zu den stärksten Gewinnern unter den europäischen Standardwerten.

dpa-afx
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.