Britische Großbank HSBC-Chef weist Forderung nach Aufspaltung zurück

Die britische Großbank HSBC schreibt rund neun Milliarden Dollar Halbjahresgewinn. Ihr chinesischer Großaktionär Ping An fordert die Aufspaltung des Finanzkonzerns. Vorstandschef Noel Quinn lehnt das ab, verspricht künftig mehr Rendite und eine höhere Dividende.
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Die Großbank HSBC hat Forderungen nach einer Aufspaltung eine Absage erteilt und will Investoren mit der eigenen Strategie sowie der Ausschüttung von Dividenden überzeugen. Eine Abspaltung des Geschäfts in Asien sei mit hohen Kosten, höheren Steuern und möglichen regulatorischen Hindernissen verbunden, erklärte die Bank am Montag anlässlich der Veröffentlichung der Zwischenbilanz.

"Schaut man sich die Ergebnisse des ersten Halbjahres an, dann sieht man den Wert der aktuellen Strategie", warb HSBC-Chef Noel Quinn (61) für seinen Kurs. Zwar fiel der Vorsteuergewinn im Halbjahr um 15 Prozent auf 9,2 Milliarden Dollar, von HSBC befragte Analysten hatten aber mit einem deutlich größeren Rückgang auf 8,15 Milliarden Dollar gerechnet. Die Bank kündigte eine Zwischendividende von neun Cent je Aktie und ab 2023 wieder vierteljährliche Ausschüttungen an die Aktionäre an.

Großaktionär forderte Aufspaltung von HSBC

Der Mehrheitsaktionär von HSBC, der chinesische Versicherer Ping An, hatte im April die Aufspaltung des Bankkonzerns gefordert. Einige Investoren in Hongkong unterstützen den Vorschlag, zum Beispiel das profitable Asiengeschäft abzuspalten. Ein Politiker aus Hongkong forderte im April, dass HSBC Vertreter des chinesischen Versicherers in den Vorstand holt. "Es gibt einen potenziellen Interessenskonflikt aufgrund der Überschneidung in ihrem Geschäftsmodell mit unserem hinsichtlich des Banking- und Versicherungsgeschäfts", reagierte Quinn am Montag auf diese Forderung.

Die Pläne des Mehrheitsaktionärs kommentierte HSBC bisher nicht direkt. Konzernchef Quinn hob aber erneut die Vorteile des globalen Netzwerkes hervor. "Der Hauptgrund für Firmenkunden, sich für die HSBC als Bank zu entscheiden, ist, dass die Bank global aufgestellt und vernetzt ist", erklärte er. "Wir sind entschlossen aus den Vorteilen unseres Netzwerks Kapital zu schlagen."

Konzernchef Quinn verspricht höhere Profitabilität

Quinn zeigte sich zuversichtlich, dass steigende Zinsen die Erträge anschieben dürften. Daher hob er das kurzfristige Ziel für die Eigenkapitalrendite auf mindestens zwölf Prozent ab 2023 an. "Wir verstehen und schätzen die Bedeutung von Dividenden für alle unsere Aktionäre. Wir nehmen uns vor, das Vor-Pandemie-Niveau der Dividenden wiederherzustellen", sagte Quinn.

HSBC-Aktionäre hatten sich in den vergangenen Jahren mehrfach mit der Idee einer Aufspaltung auseinandergesetzt. Enttäuschende Ergebnisse von Geschäften in Großbritannien, in Europa und in den USA sowie die Nichteinhaltung von Versprechen, zweistellige Renditen zu erzielen, lasteten auf den Aktien des Instituts . Im vergangenen Jahr erwirtschaftete HSBC 52 Prozent der Gesamterträge von 49,6 Milliarden Dollar in Asien. 65 Prozent des ausgewiesenen Vorsteuergewinns kamen aus der Region.

rei/Reuters
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