Griechenland Alpha Bank entgeht der Verstaatlichung

Die erste der vier großen griechischen Banken hat die Hürde genommen, um einer kompletten Verstaatlichung zu entgehen. Private Investoren haben der Alpha Bank ein Zehntel des benötigten frischen Kapitals gestiftet. Ohne öffentliche Mittel kommt das Institut aber nicht aus.
Alpha-Filiale in Athen: Die Bank bleibt privat - mit mehrheitlich staatlichem Kapital

Alpha-Filiale in Athen: Die Bank bleibt privat - mit mehrheitlich staatlichem Kapital

Foto: © John Kolesidis / Reuters/ REUTERS

Athen - Eines der größten griechischen Geldhäuser, die Alpha Bank, hat das nötige Kapital aufgetrieben, um ohne Hilfsgelder weiterarbeiten zu können. Das Institut braucht für die Rekapitalisierung insgesamt 4,571 Milliarden Euro. Der Mindestbetrag, damit die Banken in Privathänden bleiben, liegt bei 10 Prozent der Gesamtsumme.

Dieser Teilbetrag von 457 Millionen Euro sei nun aus privaten Quellen aufgetrieben worden, teilte das Institut am Montag mit. Den Rest erhält die Alpha Bank  vom staatlichen Bankenfonds, der mit 50 Milliarden Euro aus den internationalen Hilfskrediten an Griechenland ausgestattet ist.

Die Alpha Bank ist damit die erste der vier als systemrelevant eingestuften Banken Griechenlands, der dies gelingt. Wettbewerberin EFG Eurobank  dagegen hatte im April erklärt, mit dem Versuch gescheitert zu sein, und daher den staatlichen Bankenfonds um Rettung gebeten.

Bankpatriarch Kostopoulos spricht von Rückkehr zu den Märkten

Verwaltungsratschef und Großaktionär Giannis Kostopoulos erklärte, die Kapitalerhöhung sei "ein Vertrauensbeweis in die Aussichten des griechischen Bankensystems und der gesamten Wirtschaft und bereitet den Weg für die Rückkehr des Landes an die internationalen Märkte". Ausländische Geldgeber hätten sich erheblich beteiligt.

Insgesamt wird der Bedarf der vier großen Banken - neben Alpha und Eurobank noch National Bank of Greece (NBG)  und Piraeus  - auf 27,5 Milliarden Euro beziffert. Die Regierung räumt ihnen für die Kapitalerhöhung Zeit bis Mitte Juni ein. Ursprünglich sollte die Frist im April auslaufen. Noch in diesem Jahr plant der Bankenfonds einen Stresstest der Institute.

Im Herbst hatte die Alpha Bank der französischen Crédit Agricole  ihre griechische Tochter Emporiki für den symbolischen Betrag von einem Euro abgekauft. Zuvor waren einige Versuche, den Bankenmarkt mit Fusionen zu bereinigen, gescheitert. In diesem Jahr wurde das Zusammengehen von Marktführer NBG und Eurobank gestoppt, weil die Troika der internationalen Geldgeber das Entstehen einer so großen Bank als zu riskant ablehnte. Vor einem Jahr bliesen Alpha und Eurobank ihre Allianz wegen der hohen Kosten des staatlichen Schuldenschnitts ab.

ak/dpa-afx/rtr
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