Bankguthaben bestätigt Grenke sieht sich von KPMG entlastet - Aktie springt um 23 Prozent

Keine Spur von Wirecard-Skandal: Die Sonderprüfer von KPMG haben in den Grenke-Büchern verbuchte Guthaben fast vollständig bestätigen können. Der Leasingkonzern sieht sich von Betrugsvorwürfen entlastet.
Grenke-Zentrale in Baden-Baden

Grenke-Zentrale in Baden-Baden

Foto: Uli Deck / dpa

Die Leasingfirma Grenke sieht sich von einem zentralen Vorwurf des britischen Investors Fraser Perring weiter entlastet. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG habe Grenke mitgeteilt, dass sie für mehr als 98 Prozent der Bankguthaben von rund einer Milliarde Euro zu den Stichtagen 30. Juni 2020 und 15. September 2020 Bestätigungen der Banken erhalten habe. "Bedingt durch den internationalen postalischen Versand werden die noch ausstehenden Bankbestätigungen Mitte Oktober 2020 erwartet", erklärte Grenke. Die Mitteilung schob die in den vergangenen Wochen gebeutelte Aktie kräftig an.

Grenke verdient sein Geld vor allem mit dem Verleih von IT und anderen Technologieprodukten an kleine und mittlere Firmen sowie mit verwandten Dienstleistungen. Perring, einer der ersten Kritiker  des im Juni in einem Bilanzbetrugsskandal zusammengebrochenen Zahlungsabwicklers Wirecard, hatte Grenke Mitte September in einem 64-seitigen Report Betrug, Bilanzfälschung und Geldwäsche vorgeworfen. So behauptete er, dass ein wesentlicher Teil der liquiden Mittel in der Bilanz nicht existiere.

Grenke wehrt sich gegen die Angriffe des Briten, der mit Leerverkäufen auf einen Kursverfall der Grenke-Aktie  gesetzt hat. Die Firma aus Baden-Baden beauftragte unter anderem KPMG mit einer Sonderprüfung. Nach dem Wirecard-Skandal, der auch die Aufsichtsbehörden in einem schlechten Licht erscheinen lässt, durchleuchten auch die Behörden Grenke. So hat die Finanzaufsicht BaFin eine Sonderprüfung der Leasingfirma eingeleitet. Auch die Geldwäsche-Spezialeinheit des Zolls (FIU) durchleuchtet Grenke.

Die Attacke von Perring hat der Grenke-Aktie in den vergangenen Wochen erheblich zugesetzt. Nach der Mitteilung am Montag legten die Aktien  zwischenzeitlich um bis zu 23 Prozent auf 39,40 Euro zu. Zuletzt lag sie noch gut 18 Prozent im Plus bei 38 Euro. Vor der Veröffentlichung von Perrings Vorwürfen Mitte September kostete das Papier allerdings noch rund 55 Euro.

ak/reuters
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