US-Bank schließt Vergleich Goldman Sachs zahlt in 1MDB-Skandal 3,9 Milliarden Dollar

4,5 Milliarden Dollar wurden aus dem malaysischen Staatsfonds 1MDB gestohlen - womöglich mithilfe von Goldman Sachs. Die Bank hat das stets bestritten - zahlt jetzt jedoch 3,9 Milliarden, um den Streit beizulegen.
Goldman Sachs legt den Streit um den malaysischen Staatsfonds 1MDB mit einer Milliardenzahlung bei

Goldman Sachs legt den Streit um den malaysischen Staatsfonds 1MDB mit einer Milliardenzahlung bei

Foto: Joshua Paul/ AP

Die US-Investmentbank Goldman Sachs legt den Streit mit Malaysia über die Korruptionsaffäre beim Staatsfonds 1MDB mit einem 3,9 Milliarden Dollar schweren Vergleich bei. Goldman werde 2,5 Milliarden in bar zahlen und Vermögenswerte im Volumen von mindestens 1,4 Milliarden Dollar an Malaysia zurückgegeben, teilten das malaysische Finanzministerium und Goldman Sachs am Freitag mit. Im Gegenzug werde Malaysia Klagen gegen die Investmentbank zurückziehen.

Einen Großteil der Kosten für den Vergleich verbucht Goldman Sachs  im zweiten Quartal. Der Gewinn dürfte also deutlich niedriger ausfallen als die gut 2,2 Milliarden Dollar, die die Bank Mitte Juli zunächst ausgewiesen hatte. 

Aus dem Staatsfonds 1MDB, mit dem eigentlich die malaysische Wirtschaft angekurbelt werden sollte, haben nach Erkenntnissen des US-Justizministeriums hochrangige Fondsmitarbeiter und ihre Partner mehr als 4,5 Milliarden Dollar veruntreut. Mit den Geldern sollen Regierungsbeamte bestochen, schwarze Kassen des ehemaligen Ministerpräsidenten Najib Razak (67) finanziert und Schmuck, Gemälde und Immobilien für Hunderte Millionen Dollar gekauft worden sein.

"Wir sind zuversichtlich, dass wir im Vergleich zu früheren Versuchen, die weit unter den Erwartungen lagen, mehr Geld von Goldman Sachs erhalten", sagte Finanzminister Tengku Zafrul Aziz (47) in einer Erklärung.

Goldman Sachs hatte drei Anleiheemissionen von 1MDB im Gesamtvolumen von 6,5 Milliarden Dollar begleitet und kassierte dafür 600 Millionen Dollar an Gebühren. Malaysia hat Ende 2018 Goldman Sachs wegen angeblicher Irreführung von Investoren angeklagt und dann im August letzten Jahres Strafanzeige gegen 17 Direktoren von Goldman Sachs erhoben.

Goldman Sachs hatte ein Fehlverhalten stets bestritten und gesagt, dass bestimmte Mitglieder der ehemaligen malaysischen Regierung und 1MDB sie über die Verwendung der Erlöse aus den Anleiheverkäufen belogen hätten.

Ein malaysisches Gericht wird wohl am kommenden Dienstag sein Urteil im Fall gegen den ehemaligen Premier Razak verkünden, im ersten von mehreren Korruptionsprozessen, mit denen er im Zusammenhang mit dem 1MDB-Skandal konfrontiert ist. Razak, Premier seines Landes von April 2009 bis Mai 2018, hat jegliches Fehlverhalten bestritten und in allen gegen ihn erhobenen Anklagepunkten auf nicht unschuldig plädiert.

rei/Reuters
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