Freitag, 22. November 2019

Von New York nach Salt Lake City Goldmans Gang in die Wüste

Goldman Sachs: Viele Mitarbeiter finden sich in Salt Lake City wieder, ganz in der Nähe der Salzwüste "Great Salt Lake Desert"

Goldman Sachs senkt seine Personalkosten - unter anderem, indem die Bank tausende Arbeitsplätze aus New York oder London in Städte wie Salt Lake City verlagerte. Dass die Edel-Bank neue Mitarbeiter in die Wüste schickte, sorgt intern für Verwerfungen, berichtet CNBC.

Hamburg - Die Investmentbank Goldman Sachs, nicht gerade als Gralshüter der Bescheidenheit bekannt, überraschte zuletzt mit recht bodenständigen Zahlen. Dabei zeigte es sich, dass die Lohnkosten gesunken waren gesunken waren, schreibt CNBC in einem Beitrag. So bekam der durchschnittliche Goldman-Mitarbeiter im Jahr 2013 383.374 Dollar, immerhin 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Das ist weniger als zwei Drittel des Vorkrisenniveaus. Und das ist noch nicht alles.

Denn die Bank zahlt nun auch einen geringeren Anteil der Einnahmen an ihre Mitarbeiter als zuvor. 37 Prozent waren es im Jahr 2013, 38 Prozent im Vorjahr. Im Vergleich des Jahres 2013 zum Jahr 2008 hat sich diese Quote nahezu halbiert und ist damit so niedrig wie selten in der Geschichte von Goldman Sachs.

Salt Lake City oder Bangalore statt New York City oder London

Möglich machte diese Entwicklung die Tatsache, dass die Bank etliche neue Mitarbeiter in günstigeren Städten als New York oder London anstellte, zum Beispiel in Salt Lake City, Dallas oder Bangalore in Indien. Außerdem trennte sie sich von Mitarbeitern in den teuren Städten, so CNBC. "Die fahren das wirklich runter", sagte Tom Jolics, ein Senior Analyst von der Key Private Bank, dessen Kunden Goldman-Aktien besitzen. Die Zahlen geben ihm Recht.

Vor zehn Jahren hatte die Bank nur eine Handvoll Angestellte in Salt Lake City, nahe der Salzwüste. Inzwischen sind es um die 1800. Weitere 200 Mitarbeiter sollen kurzfristig dazukommen. Neun der elf Divisionen der Bank sind inzwischen in Salt Lake City präsent.

Kein Wunder - Neueinstellungen kosten in der Wüstenstadt gut 30 Prozent weniger als vergleichbare Mitarbeiter in New York. Das ist gut für die Zahlen des Unternehmens. Doch offenbar schafft die Entwicklung auch Spannungen.

Unter anderem zitiert CNBC einen Insider, der erklärt, Salt Lake City werde unternehmensintern als Schreckengespenst genutzt, um junge Mitarbeiter zum Beispiel in New York bei der Stange zu halten - immerhin könne die Arbeit woanders ja billiger erledigt werden. Zum Beispiel am Großen Salzsee.

Lesen Sie hier den Originalbeitrag in englischer Sprache bei CNBC

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung