Milliardendeal in den Niederlanden Goldman Sachs schnappt sich NN-Vermögensverwaltung

DWS, Generali und Allianz sind überboten: Für 1,7 Milliarden Euro kauft Goldman Sachs die Fondstochter der niederländischen NN Group. Das frühere Geschäft des ING-Konzerns wird auf Druck des Investors Elliott abgespalten.
Höchstes Gebot: Goldman Sachs setzt sich gegen mehrere Mitbieter durch

Höchstes Gebot: Goldman Sachs setzt sich gegen mehrere Mitbieter durch

Foto: BRENDAN MCDERMID / REUTERS

Die niederländische Versicherungsgruppe NN Group hat ihre Vermögensverwaltung an Goldman Sachs verkauft. Für 1,7 Milliarden Euro in bar habe die US-Bank den Zuschlag erhalten, teilten die Niederländer am Donnerstag in Den Haag mit.

Mit dieser Entscheidung ist die Deutsche-Bank-Fondstochter DWS leer ausgegangen, die laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg aus dem Juni ebenfalls Interesse gehabt haben soll. Neben der DWS soll auch der italienische Versicherungskonzern Generali ein Gebot abgegeben haben. Zudem sollen auch der deutsche Versicherer Allianz und die schweizerische Bank UBS laut Bloomberg an dem Geschäft interessiert gewesen sein.

Der niederländische Versicherer NN hatte im April angekündigt, dass er Optionen für die Sparte prüfe. Dazu zählten auch eine Fusion und ein Teilverkauf. Der Konzern reagierte damit auf den Druck des aktivistischen Investors Elliott.

Vermögenswerte von 300 Milliarden Euro

Die NN Group rechnet nun mit dem Abschluss der Transaktion nach den notwendigen Genehmigungen im ersten Quartal 2022. Goldman Sachs und die NN Group haben sich den Angaben zufolge auf eine 10-jährige Zusammenarbeit bei der Vermögensverwaltung geeinigt.

In der NN Group sind der frühere Versicherungs- und Fondsbereich der niederländischen Großbank ING gebündelt. Die ING war in der Finanzkrise 2008/2009 vom niederländischen Staat vor dem Kollaps gerettet worden und hatte sich im Gegenzug von diesen Geschäftsfeldern trennen müssen.

Die Sparte NN Investment Partners verwaltet nach eigenen Angaben Vermögenswerte im Umfang von rund 300 Milliarden Euro, die zum Großteil aus dem verwalteten Vermögens aus dem Lebensversicherungsgeschäft der NN Group stammen. Ein Löwenanteil davon entfällt auf festverzinsliche Anlagen.

ak/dpa-afx