Produktpiraterie erfasst US-Bank Goldman Sachs geklont - in China

Von Arne Gottschalck
Das Original: Goldman Sachs aus Amerika

Das Original: Goldman Sachs aus Amerika

Foto: © Brendan McDermid / Reuters/ REUTERS

Filme, Handtaschen, Edeluhren - China wird oft als Synomym für Produktpiraterie wahrgenommen. Nun haben findige Chinesen offenbar noch einen drauf gesetzt. Und gleich den Namen eines ganzen Unternehmens geklont.

Goldman Sachs (Shenzhen) Financial Leasing Co. heißt ein Finanzinstitut, das in Shenzhen vor den Toren Hongkongs agiert und auf seiner Website damit wirbt, eines der größten Finanzhäuser der Stadt zu sein, berichtet Bloomberg . Die Ähnlichkeit der Namen sieht man dort offenbar sehr entspannt.

Ein Anruf der US-Journalisten wurde freundlich entgegengenommen, ohne dass der Gesprächspartner seinen Namen nannte. Man habe nichts mit der US-Bank zu tun - wie indes man auf den Namen gekommen sei, wisse er nicht. Vielmehr sei das die erste Nachfrage dieser Art.

Tatsächlich ist das Haus offenbar schon seit May 2013 aktiv. Bei Goldman Sachs, dem Original, weiß man um die Angelegenheit. Connie Ling ist eine Sprecherin des US-Instituts und arbeitet in Hongkong. Sie bestätigt, dass es keine Verbindungen gäbe und dass Goldman sich mit der Angelegenheit befasse.

Hoffnung auf hartes Durchgreifen

Die Sache kam ans Tageslicht, weil eine US-Gewerkschaft sich mit einem entsprechenden Hinweis an die chinesische Administration wandte. Genauer, an Wang Qishan, den Vorstand der Zentralkommission für disziplinäre Inspektion, die sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahnen geschrieben hat.

Erst im August wurde ein 39-Jähriger verhaftet, der in der östlichen Provinz Shandong eine falsche Bankfiliale der China Construction Bank aufmachte, inklusive Schildern, Geldautomaten und allem, was dazu gehört.

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Was US-Gewerkschaften in China zu tun haben? Es handelt sich um eine Gewerkschaft von US-Casino-Mitarbeitern, genauer, die International Union of Operating Engineers. Und die gab an, dass das chinesische Goldman offenbar Verbindungen zu Spielunternehmen habe, die wiederum von der Familie Cheung Chi-tai kontrolliert würden. Chinesische Behörden rechnen Cheung der organisierten Kriminalität zu, er wartet auf seinen Prozess.

Cheung wirft damit auch einen Schatten auf Macao, wo unter anderem US-Casinos aktiv sind - und entsprechend um Marktanteile fürchten. Vor allem, wenn eine Fake-Bank namens Goldman möglicherweise in Geldwäsche verstrickt ist.

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