Milliardenzahlung an US-Regierung Goldman Sachs gesteht Schuld im 1MDB-Skandal ein

Um den Skandal um den malaysischen Staatsfonds 1MDB endlich zu beenden, steht Goldman Sachs offenbar nicht nur kurz vor einer Milliardenzahlung an die US-Regierung. Die US-Bank wird vielmehr wohl auch ihre Fehler eingestehen.
Goldman-Sachs-Zentrale in New York

Goldman-Sachs-Zentrale in New York

Foto: JOHANNES EISELE / AFP

Goldman Sachs  steht in der Korruptions- und Geldwäscheaffäre in Malaysia offenbar vor der lange erwarteten Einigung mit der US-Justiz. Die US-Investmentbank werde dem Justizministerium dabei mehr als zwei Milliarden US-Dollar zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg  in der Nacht zum Dienstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Das "Wall Street Journal " konkretisierte am Dienstag, die Zahlung werde sich auf 2,8 Milliarden Dollar (etwa 2,4 Milliarden Euro) belaufen. Zudem werde die Bank in dem Skandal ihr Fehlverhalten eingestehen, so die Zeitung.

Nachdem Goldman Sachs bereits im August weitere rund zwei Milliarden Dollar für die Beteiligung des Skandals um den Staatsfonds 1Malaysia Development Berhad (1MDB) zurückgelegt hatte, ist die aktuell kolportierte Summe keine Überraschung mehr.

Der Vergleich mit der US-Regierung, über den seit vielen Monaten spekuliert wird, könnte bereits in den kommenden Tagen geschlossen werden, so die US-Medien. Sprecher der Investmentbank und der Regierung hätten die Informationen nicht kommentieren wollen. 

Goldman Sachs hatte sich erst Ende Juli mit Malaysia auf eine Milliardenzahlung geeinigt. Dabei wurde eine direkte Zahlung von 2,5 Milliarden Dollar an den malaysischen Staat vereinbart. Weitere 1,4 Milliarden Dollar aus beschlagnahmten Vermögenswerten von 1MDB sollen mithilfe von Goldman Sachs und des US-Justizministeriums zurückgeführt werden.

Die Bank war 2012 und 2013 an der Ausgabe von Anleihen des 1MDB-Fonds im Volumen von 6,5 Milliarden Dollar beteiligt. Goldman soll dabei unter anderem wegen falscher Angaben überhöhte Gebühren eingestrichen haben. 2018 war der damalige malaysische Premierminister Najib Razak (67) über die Affäre gestolpert, bei der es um die Veruntreuung von Staatsvermögen geht. Ende Juli war er im ersten von mehreren Korruptionsprozessen zu bis zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden.

cr/dpa-afx
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