Milliardenschwerer Börsengang Goldman Sachs bringt Fondstochter aufs Londoner Parkett

Goldman-Sachs-Chef David Solomon will die gute Stimmung an der Börse nutzen und die Fondstochter Petershill abspalten. Das Unternehmen wird dabei mit bis zu fünf Milliarden Dollar bewertet.
Setzt auf alternative Geldanlagen, die beständig Gebühren generieren: Goldman-Sachs-Chef David Solomon

Setzt auf alternative Geldanlagen, die beständig Gebühren generieren: Goldman-Sachs-Chef David Solomon

Foto: Andy Wong / dpa

Die US-Investmentbank Goldman Sachs bringt ihre Fondstochter Petershill an die Börse. Die auf Investments bei alternativen Vermögensverwaltern spezialisierte Gesellschaft wird dabei der Nachrichtenagentur Bloomberg  zufolge mit rund fünf Milliarden Dollar (4,2 Milliarden Euro) bewertet. Petershill Partners soll künftig eine eigenständige Fondsgesellschaft sein mit einem Streubesitz von mindestens 25 Prozent, wie Goldman Sachs am Montag mitteilte. Geplant sei eine Platzierung an der Börse in London.

Goldman Sachs bringe neue Aktien im Wert von 750 Millionen Dollar sowie bestehende Aktien an den Markt, hieß es weiter. Zum Börsenwert wollte die Bank sich selbst nicht äußern. Chef des neuen Unternehmens soll Naguib Kheraj (57) werden, bisher stellvertretender Vorsitzender der britischen Bank Standard Chartered. Zu den begleitenden Banken wurden die Bank of America, JPMorgan und natürlich Goldman Sachs selbst ernannt. Nach Bekanntgabe der Pläne dauert es in der Regel noch einen Monat bis zum Gang aufs Parkett.

Petershill beteiligt sich mit Minderheitsanteilen bei Vermögensverwaltern, die auf nicht alltägliche Anlagestrategien spezialisiert sind. Dazu gehören etwa private Finanzierungen, Immobilien, Hedgefonds, Rohstoffe aber auch Flugzeug- und Schiffsfinanzierungen. Insgesamt ist Petershill an 19 Investmentgesellschaften beteiligt mit einem kombinierten verwalteten Vermögen von 187 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn lag bis Ende Juni bei 310 Millionen Dollar.

Goldman-Sachs-Chef David Solomon (59) baut derzeit das Geschäft mit alternativen Geldanlagen aus. Erst vor wenigen Wochen übernahm die US-Bank die Fondstochter der niederländischen NN Group für 1,7 Milliarden Euro.

Die derzeitige Marktsituation ist günstig für Gesellschaften wie Petershill Partners. Die Aktien des im Juli an die Börse gegangenen Finanzinvestors Bridgepoint liegen aktuell mehr als 40 Prozent über dem Ausgabepreis.

mg/Reuters
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