Montag, 16. September 2019

Teure Altlasten Deutsche Bank mit Milliardenminus - Aktie bricht ein

Deutsche-Bank-Zentrale: Die Geschäfte bei Europas größtem Geldinstitut liefen schlecht im Schlussquartal

Ein Einbruch im Investmentbanking, die teure Bewältigung der Altlasten aus der Finanzkrise und der Abbau von Finanzrisiken in der Bilanz haben die Deutsche Bank im vierten Quartal tief in die roten Zahlen gedrückt. Die Aktie knickt ein.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bank bezifferte den Verlust vor Steuern in den Monaten Oktober bis Dezember auf 1,15 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: minus 3,17 Milliarden Euro). Damit blieb für das Gesamtjahr nur ein Gewinn von 2,07 Milliarden Euro vor Steuern übrig - die Hälfte dessen, was Analysten erwartet hatten. Unter dem Strich standen 1,08 Milliarden Euro zu Buche.

Anleger reagierten enttäuscht: Für die Aktien der Deutschen Bank Börsen-Chart zeigen ging es zuletzt knapp 4 Prozent nach unten. Als zweitschwächster Dax-Wert folgten Titel der Commerzbank Börsen-Chart zeigen mit minus 2 Prozent. Spekulationen über eine bevorstehende Gewinnwarnung hatten die Aktien der Deutschen Bank am Freitagabend in New York bereits um 3 Prozent gedrückt.

Die Vorstandschefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen vertrösten die Anleger schon jetzt auf das kommende Jahr: "Wir erwarten, dass 2014 ein Jahr mit weiteren Herausforderungen und ihrer disziplinierten Bewältigung sein wird", erklärten sie laut der Mitteilung. "Wir sind jedoch zuversichtlich, unsere für 2015 gesetzten Ziele zu erreichen."

Für das vergangene Jahr zog das wegen der zahlreichen Skandale zunehmend unter Beschuss geratene Führungsduo ein zwiespältiges Fazit: "2013 war das zweite Jahr in Folge, in dem wir in das künftige Wachstum sowie die weitere Stärkung unserer Kontrollen investierten und Altlasten abarbeiteten." Das habe die Gewinne belastet. Erst am Sonntag hatte das Magazin "Der Spiegel" berichtet, dass der Deutschen Bank nun auch wegen des Verdachts der Manipulation von Devisenkursen eine Sonderprüfung der Finanzaufsicht BaFin bevorsteht. "Gleichwohl erzielten wir im operativen Kerngeschäft eines der besten Ergebnisse der vergangenen zehn Jahre und haben die Deutsche Bank fitter, sicherer und ausgewogener gemacht", betonten Jain und Fitschen.

Die Bilanzrisiken sanken seit Ende 2012 um elf Prozent, die für die Höchstverschuldungsquote relevante Bilanzsumme um 14 Prozent auf 1,5 Billionen Euro. Mit einem Kernkapital-Polster von 9,7 Prozent lag die Deutsche Bank zum Jahresende noch knapp unter ihrem Zielwert von zehn Prozent. Die Verschuldungsquote (Leverage Ratio) verbesserte sich 2013 auf 3,1 von 2,6 Prozent - gefordert sind mindestens drei Prozent.

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